zum Thema: Spiritismus

Der Spiritismus

(aus den Neu-Salemsschriften  - „Dieses Licht G II“) (1895)

Zulassung Gottes 1-7
Vielwissen der Geister 8-13
Den Verkehr ernster nehmen 14-17
Ungenügende Aufklärung 18-19
Die Spiritisten 20-21
Materialisation 22-24

1   Wsp 6-12 Gott läßt den Verkehr mit der Geisterwelt zu, um die Materialisten darauf aufmerksam zu machen, dass es noch anderes gibt. Es tauchen damit Beweise auf, welche nicht forzuleugnen sind, sodass selbst die Halsstarrigen anfangen, den kopf zu verlieren. 9: Die Ungläubigen werden gezwungen, an eine andere Welt zu glauben.

2   Wsp 178 "Nur dann hat Spiritismus den rechten Wert, wenn er zu MIR leitet"

3   Wsp 75-76 Das Ergebnis des Spiritismus ist: es gibt noch eine andere Welt, und die Fortdauer der Seele ist erwiesen. Aber damit sind die Eigentümlichkeiten der anderen Welt; noch nicht klar gelegt. Übrig bleibt auch die Frage: Wie kann der Mensch sich den Übertritt in diese erleichtern und seine Existenz in jener Welt verbessern?

4   Lbl III, 256-257 Die Kinder Gottes bedürfen des Umgangs mit der Geisterwelt nicht. dieser ist nur derer willen zugelassen, die Gott noch nicht als ihren Vater erkannt haben. Wir sollen uns nicht verleiten lassen, uns an der pikanten Art dieses Verkehrs den Geschmack für die einfache, nüchterne und eben dadurch Segen bringende Speie am Vatertische rauben zu lassen!

5   K74 Weil durch gewöhnliche Mittel die Menschheit jetzt vor ihrem Verfall nicht zu retten ist, ließ Gott die Kommunikation mit der Geisterwelt zu, damit die Menschen hier und da aufmerksam werden, dass es in der anderen Welt nicht so rosig aussieht wie es manche sich gedacht haben. Aber der Spiritismus läßt nur in unbestimmten Umrissen den Weg ahnen; er bezeichnet ihn nicht genau, und so bleiben die meisten Menschen, wie sie waren und ergötzen sich nur an den Manifestationen und sehen keinen tieferen Grund, warum gerade jetzt solche Phänomene zugelassen werden.

6   Wsp 121 Gott ließ die Geisterwelt näher rücken, aber da die Mitteilungen auch dort nicht in dem Sinne aufgefasst werden, wie Gott es will, will ER nun Selbst durch direkte Kundgaben retten, was zu retten ist.

7   Wsp 23 Wie der Verkehr jetzt getrieben wird, entspricht er nicht den Wünschen und Absichten Gottes; aber Er läßt die Spiritisten bis zum Überdruß sich satt essen, dann werden sie es ruhig stehen lassen. Die Zeit kommt, wo die eigentlichen Belehrer und Retter der Menschheit ihnen das gehörige Licht anzünden werden, denn Gottes Lehre und Liebe verlangt Licht und nicht geistigen Dünkel.

8   Wsp 19-23,21 Die meisten Spiritisten reizt das fremdartige In Verbindung treten mit einer unsichtbaren Welt. Der eigentliche Zweck sollte der religiöse sein, der Hauptgrund ist aber Neugierde und Unterhaltung. Am meisten unterhalten sich dabei die Geister; sie stehen drüben meist isoliert da, wollen nichts Geistiges annehmen und sehnen sich nach dem Erdenleben zurück. Mit dem Annehmen fremder Namen (von Gelehrten oder Heiligen) wollen sie noch mehr zur Nachfrage reizen.

9   Wsp 67-68 Wenn es drüben nicht geht, versuchen die niederen Geister bei Medien ihre alten verrosteten Ideen noch weiter zu verteidigen. Daher kommen die vielfach zweideutigen resultate bei den Geistermanifestationen. Nur Wissbegierde herrscht, und dazu sind die niederen Geister wie geschaffen, die Neugierigen zu bedienen, wie sie es verdienen.

10   Wsp9 Da nur diejenigen Geister noch eine Lust verspüren, sich auf unserer Erde aufzuhalten, denen die reinen Himmelslüfte nicht behagen, so hören die Fragenden nichts als Klagen über hier Versäumtes und Mahnworte für die Zurückgebliebenden. Wahrheit wird mit Täuschung vermischt gegeben, von guten und von bösen Geistern. Letztere nehmen oft Namen einst berühmter Weltmenschen an oder von Engeln, auch selbst den; Gottes.

11   Wsp10 Da die sich Kundgebenden wenig aufschwungfähig sind, wissen sie von Gott und seinem Zweck mit der Menschheit auch nicht Weiteres. Deshalb kommen die Spiritisten in der Lehre Gottes auch kaum ein Haar breit weiter. Die Kinder Gottes haben diesen Verkehr nicht nötig. Sie verlieren Zeit mit diesen Tändeleien und die Geister werden in ihrem Fortschreiten aufgehalten. Manchmal sendet Gott einen besseren Geist, um die Verirrten auf den mehr praktikablen Weg zu bringen.

12   Wsp 70 Die Geister wollen uns vielfach glauben machen, als wüßten sie schon alles, als ständen sie mit Gott in direktem Verkehr, als wäre ihnen die Zukunft unseres Erdballs aufgeschlossen. Kurzsichtig sind sie, und leichtgläubig wir.

13   Wsp 149 Zur jetzigen Zeit werden "alle Kräfte" sich bewegen, gute und böse. deshalb sind die Kundgaben aus der Geisterwelt so verschiedener Art.

14   Wsp 77 Wir sollen die Geistermanifestationen ernster nehmen, als im allgemeinen geschieht; sie sollten einen tieferen moralischen Eindruck machen, damit wir uns veredeln und veredelnd auf die Geister einwirken! Das Resultat wäre größere Aufklärung für uns und höhere geistige ansichten für die Geister, sodass dann der wahre Sachverhalt erkannt wird, wie es in der anderen Welt aussieht, wie man sich dort zu verhalten hat, um leicht vorwärts zu kommen, und wie man sich dort Freunde anwerben kann. Das bloße spielen mit den geistern hält diese auf.

15   Wsp 70 Wir können Verwandte und geliebte Personen aus dem Jenseits rufen. Manchmal kommen sie, manchmal sind es andere, die sich ihren Namen beilegen. Bei Ernst und Liebe, erhabener Stimmung und bruderliebe ist es möglich, dass sich ein besserer Geist nähert.

16   Wsp 22 Wenn die Sache mehr mit religiösen Sinn angegriffen wird, werden Geister gesendet, von denen wir etwas lernen können.

17   Wsp 22 Einen nutzen, und dann einen doppelten, hat der Verkehr, wenn wir solche, die Hilfe von uns verlangen, durch Gebet stärken und durch weise Lehre zu Gott weisen. So erwerben wir uns dankbare Freunde in der geistigen Heimat.

18   Wsp94 In den Mitteilungen der Geister ist manches Wahre, aber nicht die überzeugende Wahrheit, die keine weitere Aufklärung zuläßt, und die das Herz erwärmt. Sie befriedigen höchstens den Verstand, können aber nicht auf jene Stufe erheben, auf der man Gott als den Vater erkennt.

19   Wsp 22 Es genügt nicht das man weiß, es existiert eine andere Welt, man muss auch wissen, wie sie aussieht.

20   K76 Das ein Geist mit uns verkehrt, erkennen die Spiritisten. Wenn der Vater aber selbst sich offenbart, schütteln sie die Köpfe und rümpfen die Nasen, es will ihnen nicht einleuchten, dass Gott ebenfalls direkt mit uns verkehren kann. Das geht gegen ihre menschlichen Hoheits- und Majestätsbegriffe.

21   Wsp10 Wenn das neue Gotteslicht sich über alle Völker ergiessen wird, werden die, welche den Spiritismus kennen, es leicht verstehen und aufnehmen, sie werden dann das Tändelwerk wegwerfen und nach dem greifen, was erst ganz ihren geistigen Hunger stillen kann. Noch wissen sie nicht, wozu sie verwendet werden sollen, aber in die Herzen aller Spiritisten ist ein Suchen gelegt, aus dem sie, wenn der rechte Wecker kommt, einen Nutzen haben werden, von dem selbst die eifrigsten noch keine Ahnung haben.

22   Wsp 28 Die Umkleidung der Geister ist feiner als Luft. Will ein Geist sich sichtbar machen, so muss er Materielles an seine Umkleidung mitaufnehmen, damit das Licht weniger durchdringen kann. dieses Materielle zieht der Geist am leichtesten aus der Lebensatmosphäre eines lebenden Menschen, bei dem stets Materielles eingesaugt und Materielles ausgedünstet wird. Mit diesem Fluidum bewirken die Geister dann das Klopfen, das Tischrücken und die sonstige Unterhaltung; auch können sie sichtbar werden. Es muss aber stets soviel Fluidum vorhanden sein, dass es für den Geist und den Vermittler genügt. Würde der geist alles Fluidum an sich ziehen, so wäre das lebensgefährlich.

23   Ev 4 162,4) Wenn verstorbene Menschen auf einige Momente erscheinen wollen, so bilden sie sich aus den Außenlebensteilen oder dem Lebensdunste der Menschen einen Leib.

24   Vb 1,45-46 Bei den Medien wird, wenn niedere Geister von ihrem Körper Besitz nehmen, die Substanz der Seele aufgebraucht und der Geist zurückgedrängt. Bei Besitznahme durch reine Geister gewinnt ihr Geist.

25   Erscheinen und Mitteilung Verstorbener s. Ev 7217,4) - 219; Ev 9,169,1)-170,21); Ev 10,173,1) - 175,14).  Über das Jenseits. die Nr. 3,23,25,41,2,42 A, 42B, 42 C der Neu-Salems-Schriften. Siehe auch Wegweiser Teil 1 "Das Geisterreich", insbesondere "Die Verstorbenen".

 



 

B.D. 1863 "Befraget nicht die Toten ...."

Der Verkehr mit der jenseitigen Welt ist für viele Menschen ein Stein des Anstoßes, denn sie vermögen nicht voneinander zu trennen die rein geistigen Verbindungen und das pur irdische Verlangen, etwas von dem Leben nach dem Tode zu erfahren. Während ersteres Gott-gewollt ist, entspricht letzteres nicht dem Willen Gottes, wird jedoch niemals als Sünde dem Menschen angerechnet werden, solange es nicht mißbraucht wird zum Schaden des Mitmenschen. 

Nur dem eigenen Seelenzustand kann eine Verbindung mit dem unreifen Wesen schaden, und das ist es, wovor gewarnt werden soll. Es sind die Menschen im Glauben, daß jede Verbindung mit der geistigen Welt ein Unrecht ist vor Gott, und diese Einstellung beraubt sie der größten Gnade, die Kraftübermittlung jener Wesen anzufordern und in Empfang zu nehmen. Alles gute Geistige vermittelt diese Kraft, folglich soll die Verbindung mit ihm hergestellt werden .... 

Alles schlechte Geistige sucht den Menschen zu schädigen, also muß der Umgang mit ihm vermieden werden. Alles, was irdisch gesinnt ist, zieht das Gleichgesinnte im Jenseits an .... Der zu Gott gerichtete Wille jedoch zieht das Geistige an, das im gleichen Willen steht mit Gott. Und so zieht der Mensch durch sein Verlangen selbst die Grenzen. Er richtet eine Scheidewand auf zwischen sich und der schlechten geistigen Welt, sofern er zu Gott verlangt. 

In ihrer Unkenntnis lehnen die Menschen zumeist alles ab, was aus dem Reiche des Geistigen kommt, immer den bösen Einfluß fürchtend. Sie verschließen sich auch jeder diesbez. Erklärung mit dem Hinweis, daß den Menschen untersagt sei, die Toten zu befragen, und wissen nicht, daß der Sinn dieses Wortes ein gänzlich anderer ist, als sie ihm unterlegen .... Wer lehren will, muß wissend sein; von dem Unwissenden ist keine Weisheit zu erhoffen. 

Also sollen Fragen gestellt werden denen, die im Wissen stehen, nicht aber in der Dunkelheit dahingehen. Der wissende und unwissende Zustand ist auch im Jenseits anzutreffen. Wissend wird sein, wer im Licht steht, d.h. mit Gott verbunden ist und Seine Ausstrahlung entgegennimmt, also Kraft und Weisheit empfängt .... unwissend sind die Seelen, die noch gottfern sind und also auch Licht nicht empfangen können. Licht aber ist Wissen .... und wenn der Seele das Licht mangelt, ist auch ihr Wissen mangelhaft, und daher wird sie nicht austeilen können, weil sie selbst nichts besitzt .... 

Es ist die Seele tot im Geiste, denn erst, so sie wissend ist, beginnt für sie das Leben in der Ewigkeit, und also kann eine solche Seele nicht befragt werden um die Wahrheit, denn sie kann niemals wahrheitsgemäß Antwort geben. Darum sollen auch nicht an Verstorbene Fragen gerichtet werden, welche die Ewigkeit betreffen, weil eine rechte Antwort einen Reifegrad erfordert, der Mensch aber niemals weiß, ob und wann die Seele des Verstorbenen diesen Reifegrad erreicht hat. Irdische Fragen aber sollen gleichfalls unterbleiben, denn es hat Gott Selbst einen Schleier gebreitet über Dinge, die in der Zukunft liegen, und das Eindringen-Wollen in ein Gebiet, das Gott den Menschen in Seiner Weisheit verhüllt hat, ist Unrecht vor Gott. Folglich sind nicht die angestrebten Verbindungen mit dem Jenseits zu verurteilen, sondern nur der Zweck derer, so er ein rein weltlicher ist. Alles Wesenhafte steht in Verbindung miteinander, dem Menschen nur so lange verborgen, wie er nicht geistig suchend ist .... und zwar, um ihn zum Suchen zu veranlassen. 

Dem Fragenden und Suchenden aber geben sich die Wesen kund, und auch die unwissenden Seelen drängen sich zu solchen Kundgebungen heran, finden aber nur dort Zugang, wo nur Neugierde Triebkraft der Versuche, mit jenseitigen Wesen in Verbindung zu treten, ist. Wahrheit begehrende, Gott sich hingebende, zur Höhe strebende Menschen errichten um sich durch ihre Einstellung zu Gott eine für solche unreife Wesen undurchdringliche Mauer und brauchen daher nicht zu fürchten, von unwissenden Wesen bedrängt oder belehrt zu werden. 

Das gute Geistige ist kraft- und machtvoll, während das schlechte Geistige ihm gegenüber ohnmächtig ist und Einfluß eben nur auf solche Menschen hat, die keinerlei geistiges Streben in sich haben, sondern nur der irdischen Welt und ihren Freuden ergeben sind. Und dies sollten die Menschen bedenken, ehe sie vorschnell urteilen und etwas als Gott-widrig erklären möchten, was gute geistige Kraft verrät und der Menschheit unsagbaren Segen einträgt, so es als das erkannt wird, was es ist .... als Äußerung guter geistiger Wesen, die den göttlichen Willen ausführen, also in Seinem Auftrag tätig sind .... Amen

— Herausgegeben von Freunden der Neuoffenbarung —
Weiterführende Informationen, Bezug aller Kundgaben, CD-ROM, Bücher, Themenhefte usw.
im Internet unter: www.bertha-dudde.info



 

Weiteres zum Spiritismus
Empfangen durch Gottfried Mayerhofer am 13.Januar 1871

Nachdem sich jetzt an vielen Orten sogenannte spiritistische Kreise oder Gesellschaften gebildet haben, die alle den Zweck haben, mit der Geisterwelt in Verbindung zu treten, so ist dies gerade wieder eine zeitgemäße Frage, welche durch Dich am mich gerichtet wird, um einen Aufschluss darüber (sowie über die Mitglieder einer solchen Gesellschaft) zu erlangen. Um nun Allen - denn Meine Worte sind ja nicht für euch allein, sondern an alle Menschen gerichtet - eine genügende Antwort zu geben, so müssen wir erst diese Tendenz, die jetzt an vielen Plätzen herrscht, näher betrachten, und folgende zwei Fragen aufstellen:

Erstens: "Nützt dieses sich in Gemeinschaft setzen mit "der Geisterwelt etwas?" und
Zweitens: "Ist es, auch vom Standpunkt Meiner Lehre, "erlaubt und gerechtfertigt?"

Haben wir diese zwei Fragen vorerst beantwortet, dann werden wir auf diese in Frage gestellten Mitglieder dieser Gesellschaft übergehen und der Fragenden selbst das Nähere berichten. (Frau eines der Mitglieder) Also vorerst gehen wir zur ersten Frage über:" Ist dieses sich in Verbindung setzen mit der Geisterwelt etwas nütze oder nicht?" Darauf muss Ich antworten, dass es nur insofern den Menschen etwas nützt, als die Ungläubigen gezwungen werden, an eine andere Welt zu glauben, welche ihnen zuvor als eine barste Lüge erschien, ausgehegt im Kopfe eines Fantasten; was es aber in dieser Beziehung nützt, schadet es auf der anderen Seite; denn es öffnet den Geistern, die sich noch auf dieser Welt herumtummeln, einen Weg, sich in die Verhältnisse und was noch mehr ist, in die Glaubens- und Wahrheits-Ideen der Menschen einzumischen, wo selten etwas Gutes herauskommt, weil meist nur schwache und kurzsichtige Geister diese Welt als ihren Aufenthalt gewählt haben, da ihnen am Fortschreiten nicht viel liegt und sie aus ihren mit hinübergebrachten Ideen sich nicht hinaustreiben lassen wollen. 

Daher geht es diesen Geistern wie den Mücken am Abende, wenn selbe ein Licht sehen, so fliegen sie alle dorthin, umtanzen und umschwirren es, weil sie sich dadurch eine Unterhaltung verschaffen. Den Geistern geht es ebenso, wo ein, wie ihr es heißt, "Medium" sich zeigt, da strömen sie haufenweise hin und wollen dort ein Jeder in seiner meist von der Erde mitgenommenen Lieblings-Idee das Medium beeinflussen, auf das es vollführe, was der Geist wegen unvorhergesehenem Tode nicht vollenden konnte, oder sie wollen, wenn sie gerade doch einen Zug nach Oben verspüren, den Zurückgebliebenen durch ihre jetzt geschaute Wirklichkeit der anderen Welt, die Täuschungen ersparen, und die Lebenden vor solchen Fehlern warnen.

Ein jeder Geist glaubt, seine Art, die Welt anzuschauen, sei die richtige, ein Jeder möchte sich Schüler und Nachfolger auf dieser Welt ziehen; es ist ihm ein Bedürfnis, durch die Fehler Anderer seine eigenen gerechfertigt zu sehen. So geht es fort, das Medium schriebt heute, was morgen ein anderer geist verwirft. Heute kommt Einer, der mit poetischen oder bigottischen oder pedantischen Religionsformeln seine Zuhörer zu dem machen möchte, was er war, d.h. ein verirrter Wanderer auf dem Wege zu Mir! Morgen kommt ein Anderer, der verwirft, das vom Gestrigen Gesagte und preist seine eigene Theorie, seine Lebensansichten an; geht das Ding nicht so leicht, wie er es sich dachte, und stößt er auf Hindernisse, die aus der Ungläubigkeit seiner zuhörer entstehen, so nimmt er zu Lügen seine Zuflucht, nimmt Namen von einstigen weltberühmten Menschen, Frommen. Heiligen, Engeln, und ja sogar auch selbst Meinen Namen an, um dadurch diese früher Ungläubigen jetzt "rechtgläubig" zu machen, und sie so auf jene Bahn zu bringen, auf welcher er selbst sein ganzes Leben vertändelt und verscherzt hat.

Sehet, das ist der Nutzen von diesen Kommunikationen mit der Geisterwelt, und könnt ihr etwas anderes erwarten?
Sehet, der Mensch stirbt, und weiß oft garnicht, dass er gestorben ist, sondern er lebt in dem Wahne fort, wie er auf Erden gelebt hat. Wenn sein Herz so wenig aufschwungfähig ist, dass er nicht nach besserem Lose sich sehen mag, so ist es ganz natürlich, dass will er Andere belehren, er nur das predigen ud lehren kann, was er weiß und was er schon auf der Welt wußte. Wie soll also solch ein Geist etwas Besseres und Näheres über Mich, Meine Lehre, Meinen Zweck mit der Menschheit, Meine Schöpfung und Meine Pläne kundgeben, wenn er es selbst nicht weiß!

Könnet ihr von einer Eiche verlangen, sie solle Trauben tragen? gewiß nicht, die eiche wird eben Eicheln als Gutes futter für die Schweine hervorbringen, aber keine Trauben, die das Mittel zu einem Getränke sind, welches auf die menschliche Natur vergeistigend einzuwirken im Stande ist.Aus diesem Allem möget ihr leicht ersehen, dass von allen diesen spiritistischen Gesellschaften die wenigsten Mitglieder nur ein Haar breit weiter in Meiner Lehre gebracht werden, als sie zuvor es schon waren; denn die Geister, damit sie stets mit Vergnügen angehört werden, richten ihre Doktrinen und Forderungen an die Menschen schon so ein, dass selbe an das gewohnte Leben der Menschen sich anpassen. Sie verlangen keine (wahre) Verleugnung seiner selbst, keine (solche) Aufopferung für den Nächsten, im höchsten Falle zeremonielles Gebet zum Herrn, wie sie es eben selbst bei Lebzeiten betrieben haben etc. 

Von noch andern Geistern schlechterer und schlechtester Natur will Ich garnicht reden, welche das Medium und seine Zuhörer auf ein Feld hinüberziehen wollen, das nicht himmlisch, sondern höllisch ist wie sie selbst.Dass der Mensch im Allgemeinen aus dieser Geistergemeinschaft nie viel lernen wird, möget ihr aus dem Gesagten einsehen, höchstens wird er zur Überzeugung kommen, es gibt eine andere Welt, und wo er geht oder steht befindet er sich nicht allein, sondern Tausende von Augen begleiten ihn stets und sind aufmerksam auf sein Tun und Lassen.

Die zweite Frage ist: "Ob solch eine Geistergemeinschaft vom Standpunkte Meiner Lehre erlaubt sei oder nicht?"

Auf dieses muß Ich antworten: Ja und Nein! Ja! wenn es gute (reine) Geister wären, die euch auf den Weg zu mir brächten (Siehe Haushaltung II Seite 81, die ersten reinen spiritistischen Kundgaben), und Nein, weil Meine Kinder diesen Mittelweg nicht nötig haben: denn sie können und sie sollen sich nur an Mich wenden und nur auf Mich vertrauen! Ich habe die größten Opfer für euch Menschen gebracht, um euch die menschlich-geistige Würde wiederzugeben, die verloren gegangen war. Was für Opfer hat denn die Geisterwelt euch gebracht? Ich weiß keine! Ich war auf eurer Welt, habe euch eine Lehre zurückgelassen, die euch zu mir führen kann, wenn ihr selbe im Leben tatsächlich ausübet, Ich habe in den Evangelien das einzige buch, den einzigen Wegweiser zurückgelassen, der euch für Mein Reich reif machen kann, was braucht ihr die Geisterwelt, die großenteils ebensowenig wie Viele von euch weiß, wie man zu mir, "dem Vater" gelangen kann.

Es ist also erstens eitel Zeit verloren mit diesen Tändeleien mit den Geistern, und bringt Niemand um einen Schritt weiter Mich, Meine Werke und Meine Absichten mit euch näher kennenzulernen, ja es ist sogar Sünde (in solch spiritistisch leichtfertiger Weise mit solchen. D. Hrsg.), mit den Geistern zu verkehren, denn ihr haltet sie in ihrem eigenen Fortschreiten auf, gebet ihnen Anhaltspunkte zu äußerlicher Zerstreuung, während sie sich konzentrieren sollten, sich selbst, und verhindert so viele geister, dahin zu gegangen, wohin Ich Meine Kinder und Meine Geister geführt haben möchte, d.h. zur wahren Erkenntnis der ganzen geistigen Schöpfung und ihres einzigen Herrn und Schöpfers, der aber zugleich auch der liebevolle Vater für Alle ist und sein will!

Sehe, das ist der ganze Spiritismus, abgesehen von dem Unfuge und Mißbrauche, der mit ihm getrieben wird, und den Ich nicht berühren will, weil er ein Mißbrauch von zwei Seiten ist, nämlich von den Geistern und von den Medien, welchen hier zu erklären Mich zu Erörterungen führen würde, die euch so wenig wie Spiritisten gescheiter machen! - Nun nachdem wir dieses allgemein vorausgeschickt haben, können wir auf die Fragen wegen der besonderen spiritistischen Gesellschaft übergehen, darum du um Meine Vermittlung angegangen wurdest.

Was diese Gesellschaft und ihr Medium betrifft, so findet im Obigen Vieles seine Erledigung, d.h. das Medium ist eine Beute von guten und schlechten Geistern. Geistig benützen ihn bessere und weltlich Schlechte, und solche ein Mensch soll Mein Werkzeug sein! Wie könnt ihr doch so schließen? Gibt es denn so wenig Menschen auf der Welt, dass Ich gerade solch einen zum Verbreiter Meiner Lehre machen müßte?, ist es denn meine Lehre? Prüfet selbst und dann urteilet! Oder sind es nicht vielmehr nur so religiöse angelernte Wortformeln, mit denen ein Geist durch ihn stets das Nämlich sagt. Was sein irdisches Leben betrifft, so zeigt er da nicht im Mindesten eine Spur, als sei er von der Wahrheit dessen durchdrungen, was er im geistighalbwachen (somnabulen) Zustande andern predigt, sondern gerade das Gegenteil.

Was dann die (seinsollenden) Apostel betrifft, so können selbe noch lange warten, bis Ich sie berufen werde. Meine Apostel zu Meinen Lebzeiten begleiteten Mich drei Jahre hindurch, hörten und sahen, was Ich tat und was Ich lehrte, waren für das eingenommen und übten es auch aus. Wie steht es aber mit der wirklichen Ausübung Meiner Lehre bei diesen "harrenden Aposteln" aus? Ein Geist gibt ihnen (unter der Maske "der Herr") diese Ideen ein, er möchte aus ihnen machen, was ihm auf Erden selbst nicht gelungen ist, und wozu er auch noch im Jenseits nicht die geringste Anlange zeigt, d.h. ein Nachfolger Christi zu sein.

So lange diese Männer nicht unterscheiden lernen, was Wahrheit und trug ist, so lange werden sie es auch Anderen nicht begreiflich machen können; und was Meine Apostel betrifft, da haben wir noch Zeit, bis Meine Lehre auf den Straßen gepredigt werden soll. Und bis dahin müssen auch sie sich in ihrem Eifer bezähmen; denn noch sind es sehr wenige Herzen, wo das wahre lämpchen der christlichen Liebe brennt , wie Ich es angezündet haben möchte, und dann werden sich auch Meine Apostel schon finden, Ich werde sie dazu erziehen und berufen, und kein Geist, welchen Namen er sich auch geben mag!

Ob der Fragliche ein würdiges Glied dieser "Apostelgesellschaft" ist oder nicht, darauf kann Ich nur antworten: Unter diesen Aposteln ist er würdig genug; aber vor Meinen Augen es zu werden, gehört noch viel mehr Verleugnung dazu, die aber mit festem Willen auch erreicht werden kann. Hier hast du in kurzem deine und Meine anfangs gestellten Fragen erörtert und beantwortet.
Das Ich dieses Treiben mit den geistern zulasse, ja sogar manchmal auch einen besseren Geist schicke, um die verirrten auf einen mehr praktikablen Weg zurückzubringen, ist wahr, dass aber am Ende doch nur Meine Lehre, wie Ich sie in den Evangelien gegeben habe und dann durch Meine Schreiber euch und den vielen Andern deutlicher jetzt erkläre, nur die einzigste ist, welcher alle Menschen und Geister einst folgen werden und müssen, deß könnet ihr versichert sein.

Wie Ich es schon öfters gesagt habe, so ist es auch hier der Fall: Ich lasse die Geister und Menschen machen, was sie wollen; allein am Ende bleibt die Verwendung ihres Gedachten und Getanen doch nur zu Meinem schon längst vor der Schöpfung der Materie bestimmten Zwecken. Dieses möge dir und Allen genügen, in wie ferne ihr diese jetzt mehr und mehr überhandnehmende Richtung des Verkehrs mit der Geisterwelt beurteilen sollet. Alles dieses sind Vorbereitungsschulen, wo Geister und Menschen, ihre eigenen Zwecke zu verfolgen glaubend, doch nur Meinen einzigen Zweck ausführen müssen! Amen!

 



 

GM.pred.015. Predigt: Lk.11,14-28 am Sonntag Okuli (27.06.1872)

   00] Die Austreibung eines Teufels (Lk.11,14-28): Und er trieb einen Teufel aus, der war stumm. Und es geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme. Und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: "Er treibt die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel!" Die anderen aber versuchten ihn und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken und sprach zu ihnen: "Ein jeglich Reich, so es mit sich selbst uneins wird, das wird wüst, und ein Haus fällt über das andre. Ist denn der Satanas auch mit sich selbst uneins, wie will sein Reich bestehen, dieweil ihr saget, ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub!? So aber ich die Teufel durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter sein. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kommt ja das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starker Gewappneter seinen Palast bewahret, so bleibt das Seine mit Frieden. Wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt und überwindet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ, und teilt den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Wenn der unsaubere Geist von dem Menschen ausfährt, so durchwandelt er dürre Stätten, sucht Ruhe und findet ihrer nicht; so spricht er: ,Ich will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin!` Und wenn er kommt, so findet er's mit Besen gekehrt und geschmückt. Dann geht er hin und nimmt sieben Geister zu ich, die ärger sind denn er selbst; und wenn sie hineinkommen, wohnen sie da, und es wird hernach mit demselben Menschen ärger denn zuvor." - Und es begab sich, da er solches redete, erhob ein Weib im Volk die Stimme und sprach zu ihm: "Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast!" Er aber sprach: "Ja, selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren!"

01] Um diese Tat zu verstehen und zu würdigen, müßt ihr erst wissen, wie die Teufel in den Menschen hineinkommen, und was sie in der Tat sind, damit euch das Austreiben derselben verständlich werden kann.   

02] Um euch dieses deutlich vor Augen zu führen, muß Ich weiter ausholen und euch in frühere Zeiträume zurückführen, in denen noch keine materielle Welt, sondern nur das Geisterreich bestand.  

03] Aus Übermut und Trotz mißbrauchte der erste Engel, Lichtträger bis in die fernsten Räume des Geisterhimmels, seine Macht und lehnte sich nebst seinem Anhang gegen Mich auf. Da er, sowie seine Spießgesellen von einer Rückkehr nichts wissen wollten, wurden sie in die Materie gebannt und mußten auf langen Wegen der stufenartigen Läuterung den Rückgang zum einst gewesenen besseren Zustand antreten, welcher Läuterungsprozeß auch heute noch fortdauert, bis alle wieder das geworden sind, was sie einst waren, nämlich: Erkenner Meiner Macht und Liebe und werktätige Förderer Meines großen Schöpfungsplanes.  

04] Nun seht, in jener fernen Zeit, in der - wie jetzt noch gültig die individuelle Freiheit des Geistes als unantastbar festgesetzt wurde, stand es den Geistern, sowie Satan selbst frei, von ihrer verkehrten Richtung umzukehren oder nicht. Da die Geister aber nicht alle gleich an Erkenntnis, Güte und Einsicht waren - wie es auch heute noch nicht zwei Geschöpfe gibt, die geistig einander gleichen -, so war die Art und Weise jener Wesen, zu denken und zu handeln, sehr verschieden. Dem einen genügte seine geistige Stufe, dem andern nicht. Der eine war standhaft und widerstand den Anfechtungen Schlechterer, der andere dagegen widerstrebte dem Einfluß Besserer. - So bestand nicht eine gleichsam geordnete Stufenreihe, sondern, soviel es geistig denkende Wesen gab, ebenso vielseitig waren auch die Ansichten und Vorstellungen von Mir, von der Welt und von dem nötigen Fortschreiten.  

05] Diese große Verschiedenheit, die sowohl bei den guten Geistern wie auch bei den schlechten besteht, welche eher den Satan als Höchsten ansehen - wie die guten Mich -, bedingte eben das geistige Leben und Treiben, welches zum Bestand des großen Geisterreichs notwendig ist.

06] Wenngleich die große Masse abgefallener Geister unter ihren Hauptanführern eine andere Richtung als die für alle bestimmte einschlug, so mußten doch auch ihre, Mir und Meinem Prinzip des Guten entgegengesetzten Handlungen nur Meinen Zwecken dienen. Sie müssen in den Resultaten, welche ihren Wünschen nicht entsprechen, Meine Allmacht erkennen, der sie sich - sie mögen tun, was sie wollen - nicht entziehen können.

07] Das gleiche Sein und Treiben der Geister findet sich bei den von allen Welten abberufenen Seelen, die im Jenseits leben. Auch sie haben Willensfreiheit. Sie können vor oder rückwärtsschreiten, können tun, was sie wollen, können in einer Minute von der Höllenqual eines peinigenden Gewissens bis zur Seligkeit eines Engels gelangen, können das bleiben, was sie im Erdenleben waren, oder durch Umgang mit anderen, schlechteren Seelen selbst noch böser, noch schlechter werden. Ihr Wirkungskreis ist durch nichts beengt als durch die Existenzmittel, welche jede geistige Stufe mit sich bringt.  

08] Ursprüngliche, noch nicht inkarnierte Geister, sowie Abgeschiedene, aus menschlichen Leibern, welche keinen Drang zum Vorwärtsschreiten haben, suchen - da Tätigkeit ein Lebensgesetz ist, ohne das nichts bestehen kann - sich zu beschäftigen, indem sie versuchen, entweder Geister oder noch lebende Wesen, deren Neigung eine Beeinflussung zuläßt, in ihren Bereich zu ziehen vnd ihnen ihre Ansichten und Neigungen beizubringen. Daher kommt es, daß der Mensch, je mehr er seine eigenen bösen und schlechten Leidenschaften nährt, immer leichter diesem jenseitigen Einfluß unterworfen ist und endlich ganz diesen bösen, von Langeweile geplagten Geistern zur Beute wird. So wie durch Schreiben, Klopfen und sonstige Mittel die Geister auf einzelne (empfängliche) Seelen einwirken können und indirekt wenigstens dazu beitragen, daß die Ungläubigen zu der Erkenntnis kommen: ,Es gibt eine andere Welt!`, ebenso wirken die schlechten Geister der Verstorbenen auf das Gemüt, ja auf die körperliche Organisation des Menschen ein, wovon Tobsucht und andere Krankheiten die äußerlich sichtbaren Folgen sind.  

09] So könnt ihr, würdet ihr mit geistigen Augen sehen, eine ganz neue Welt in und um euch erblicken, die ebenso wie die äußere materielle bemüht ist, euch den Gang zu Mir soviel wie möglich zu erschweren. Deswegen rief Ich auch einst Meinen Jüngern ,im Garten von Gethsemane zu: "Wachet und betet, auf daß ihr nicht in Versuchung fallet!"

10] Diese geistigen Einflüsse sind anfangs so gelinde und sanft, unter spitzfindigen Gründen der Eigenliebe ihr verderbliches Gift verbergend, daß ein feines Gefühl und stete Wachsamkeit dazu gehören, um nicht statt des eigenen Willens den Willen anderer zu tun. Ist aber Standhaftigkeit da und sieht der böse oder schlechte Geist, daß seinen Einflüssen nicht Gehör gegeben wird, so läßt er von selbst ab, weil auch er seine Zeit nicht unnütz verlieren will.  

11] Dieses unsichtbare Beeinflussen und Verändern der Materie, dieses Entstehen und Vergehen und In-andere-Formen-Übergehen, alles dieses würde - hättet ihr die geistige Sehe - sich in der geistigen Welt vor euren Augen abwickeln, in einem noch größeren Maßstab, weil ihr die Geister durchschauen und schon von vornherein bemerken könntet, welche Idee jetzt den einen oder andern bewegt, dieses oder jenes zu tun. Ihr würdet an diese geistige Welt einen ganz anderen Maßstab anlegen müssen als an eure materielle Welt, da dort schon die Gedanken gewogen werden, während in eurer sichtbaren Welt tausend Gedanken unbemerkt an euch vorübergehen, bis vielleicht erst der letzte, durch die Tat, die Idee eines anderen lebenden Wesens verrät.  

12] Ihr würdet staunen, wie die Hinübergehenden dort anlangen, wie sie von anderen Geistern entweder mit Liebe oder mit Haß empfangen werden. Ihr würdet staunen, welche moralischen Kämpfe dort eine Seele durchmachen muß, bis sie ihren Weg selbständig gehen kann. Dort hilft kein Verbergen, kein Heucheln und Verstellen. Dort ist der Mensch als Geist nur der Abdruck seines geistigen Ichs, erworben hier auf dieser Welt, und zwar nicht durch Taten, sondern bereits durch Gedanken; denn diese waren die Urheber der Taten, und diese geben auch in der geistigen Welt den Ausschlag. Jeder durch euern Kopf oder euer Herz flüchtig laufende Gedanke ist in eueren inneren Geistesmenschen als unabänderlicher Abdruck eingeprägt worden und wird einst die äußere geistige Umkleidung eures Seelenmenschen bedingen. 

13] Wenn die Menschen wüßten, was sie tun, wenn sie entweder mit Groll von dieser Erde scheiden, oder wenn die Zurückgebliebenen den Hinübergegangenen fluchen, sie würden schaudern vor den Folgen solcher Gedanken; denn solche Gedanken sind fähig, Qualen auf Qualen - natürlich geistiger Natur - den Hinübergegangenen zu bereiten und in ihnen den Wunsch entfachen, die noch Lebenden mit Rache zu empfangen. Daher seid streng mit euren Gedanken! Ihr ruft oft mit einem Gedanken ein Heer gleichgesinnter, schlechter Geister der andern Welt in eure Nähe, und während ihr glaubt, ihr hinget diesen Gedanken bloß nach, sind es diese Geister, die euch in ihr Netz zu verstricken trachten, die eure guten Eigenschaften zu vernichten streben, um dann den Entschluß zu einer bösen Tat zur Reife zu bringen, welche wieder unendliche Folgen für euch und andere Menschen und Geister hat.

14] Dies ist im Evangelium ausgedrückt, wo Ich von dem mächtigen bösen Geist, der aus dem Kranken oder Stummen getrieben wurde, sagte, daß er öde und wüst umherging, dann aber wieder zurückkehrte mit sieben anderen Geistern, die ärger waren als er selbst.

15] Das ist das geistige Bild eines Menschen, der wohl eine Leidenschaft besiegt, glaubt einen Teufel von sich entfernt zu haben, sich aber nachlässig wieder diesen Gedanken, seinen Lieblingsideen hingibt. Dieser Mensch nährt ein Flämmchen, und wie die Mücken, von weitem das Licht bemerkend, alle dorthin ziehen, ebenso ist diese geistige Gedankenrichtung ein Licht, das in der Geisterwelt gerade den im Finstern tappenden Geistern als Leitfaden dient. Dort strömen sie hin, beginnen ihr teuflisches Spiel mit verstärkter und vereinter Kraft, bis der geplagte Mensch in ihr Netz fällt und hier auf Erden und dort im Jenseits auf lange Zeit für Mein Reich verloren ist.

16] Die andere Welt, die Welt des Unsichtbaren, ist nicht so rosig, wie eure Priester sie euch vorstellen; sie ist aber auch nicht so höllisch, wie die Phantasie gewisser Religionsfanatiker sie euch vormalen möchte. Das ganze Gemälde besteht darin: Wie der Mensch geistig beschaffen ist, so sieht er auch die geistige Welt. So seht ihr ja auch die materielle Welt, ob hüben oder drüben, das bleibt sich gleich.

17] Ein veredeltes, reines, Mir ergebenes Herz wird dort nichts von alledem sehen, wie es auch hier nichts davon sah. Es wird dort verirrte Geister, wie hier verirrte Menschen, erblicken und helfend jedem unter die Arme greifen, wie es während seiner Lebenszeit getan hat. Frieden mitbringend, sieht die Seele dort Frieden; Haß und Stolz mitbringend, wird sie auch dort das nämliche von anderen erfahren und das gleiche auch an anderen ausüben.

18] Es ist nur ein Gesetz, das in Meiner Schöpfung gilt, - es ist das Gesetz der Schwere, der Anziehungskraft. Das Materielle wird gefestet und erhalten durch dieses Gesetz; das Geistige ebenfalls. Je schwerer, d.h. je dichter ein Körper ist, desto größer ist die Kraft, die seine Urelemente zusammenhält; er ist Stein und ist auf festen Grund gebaut. Je leichter die Substanzen sind, und je geringer ihre Bindekraft ist, desto leichter ist ihre Erhebung möglich. Je fester die Atome zusammengefügt sind, um so weniger sind sie für Licht und Wärme aufnahmefähig; je leichter sie sind, desto mehr sind sie empfänglich für das von oben Kommende  

19] So ist es auch in der Geisterwelt. Das moralische Gewicht bannt die Geister an die Materie; je leichter es ist, desto eher können sie sich von der Materie entfernen. Im ersteren Falle sind die Geister finster, im zweiten desto lichter. Die finsteren Geister also sind es, die sich am Licht anderer beleben und erwärmen wollen, da ihnen selbst die Wärme fehlt. Deswegen suchen sie entweder, so sie schlecht bleiben wollen, die anderen mit in ihre Finsternis hineinzuziehen, oder sich selbst dieser zu entwinden.

20] So ist das geistige Treiben im ganzen Äther beschaffen : Ewig Kampf neben Ruhe, Verfolgung und Abstoßung neben Einigung und liebender Zusammengesellung, da die Geister ihren geistigen Prozeß erfüllen müssen. Auf die Zeit kommt es nicht an; denn die Ewigkeit ist lang. Niemand wird gezwungen; was er sein will, das ist er, oder wie Paulus sagte: "Wie der Baum fällt, so bleibt er liegen!

21] Daher gebet euch alle Mühe, schon hier so viel Stärke zu erlangen, daß ihr dort den Versuchungen widerstehen könnt und auch sogleich mit besseren Geistern zusammenkommt, bei denen natürlich von Kampf und Verführung nicht die Rede ist! Enthaltet euch der Flüche und Verwünschungen; denn die auf diese Art beleidigten, an ihrem Fortschritte gehemmten Geister suchen sich zu rächen! Können sie es hier nicht, so erwarten sie euch gewiß dort, um euch zu vergelten, was ihr in blinder Eigenliebe an ihnen verschuldet habt.

22] Im Evangelium sagte Ich: "Wer nicht mit Mir ist, der ist gegen Mich; wer nicht mit Mir sammelt, der zerstreut!" Merkt euch das; es heißt: Es gibt nur zwei Wege: zu Mir hin - und hinweg von Mir! Daher selig diejenigen unter euch, die Meine Worte hören und auch befolgen werden! Vieles werden sie sich in jener Welt ersparen, was sonst eine unausbleibliche Folge irdischen Handelns gewesen wäre.

23] Ich könnte euch noch viel über jene Welt sagen. Einen kleinen Blick in sie tatet ihr schon in der Beschreibung der geistigen Sonne. (Siehe Nr. 3, die geistige Sonne, Blicke ins Jenseits) Zwar ist das nur ein Schattenriß der großen Wahrheit, aber genau durchdacht genügt er als Mahnwort, um Mich einst nicht zu beschuldigen, als hätte Ich euch nicht einen Blick in jene Welt tun lassen, die einst euer Aufenthalt, und zwar der bei weitem längere sein wird.  

24] Die extremen Fälle, in denen ein oder sogar mehrere böse Geister einen Menschen derart in der Gewalt haben, daß selbst sein physischer Organismus mit in ihrer Gewalt ist, sind selten und oft sogar aus guten Gründen zugelassen. (Man lese die ausführlichen Beispiele im großen Evangelium Johannes Bd. 4, Seite 447-460. D. Hrg.) Um solch kranke und von bösen Geistern besessene Menschen zu heilen, gehört ein willensstarker, religiöser Mensch, der Mich und Meine Macht kennt und auch das Vertrauen zu Mir hat, daß Ich ihm helfe, wenn er darum bittet. Da kann dann durch Gebet und Händeauflegen in Meinem Namen geholfen werden, so wie Ich es während Meines irdischen Lebenswandels getan habe; nur muß stets dabei gedacht werden: wenn es Mein heiliger Wille ist, daß es geschehe!

25] Hier habt ihr ein kleines Bild des großen Geisterlebens, welches Ich euch bei diesem Anlaß aus dem Evangelium geben wollte. Es ist zu wichtig, als daß ihr nur wisset, was ihr sehet; ihr müßt auch nach und nach begreifen lernen, was außer der sichtbaren Welt besteht, was derselben seinen Typus aufgedrückt hat und den weit größeren und wichtigeren Teil Meines Reiches ausmacht.  

26] Geist bin Ich, Geist seid ihr, und geistig wird selbst die Materie noch werden. Also diesen großen Kreislauf mit all seinen Stufen zu erkennen, zu überblicken und in ihm sich seine eigene Stellung zu erringen, das ist die Aufgabe, die euch gegeben wurde. Zu ihrer leichteren Lösung scheue Ich kein Mittel, um euch den unabweisbaren Weg zu erleichtern und zu verkürzen, damit ihr hier schon das Meiste und Schwerste bewältigt - und dort nur Weniges und Leichteres zu überwinden habt. Amen.

 



 

Matt. 7.21 "Nicht jeder, der zu mir sagt: „Herr, Herr!“ wird eingehen in das Himmelreich, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der im Himmel ist, der wird eingehen in das Himmelreich. Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: „Herr, Herr, haben wir nicht geweissagt in deinem Namen? Haben wir nicht Dämonen ausgetrieben in deinem Namen? Haben wir nicht viele Wunder gewirkt in deinem Namen?“ Alsdann werde ich ihnen offen erklären: „Ich habe euch niemals gekannt; weicht von mir, die ihr die Werke des Bösen tut!“

3.Moses 19.26-31 „... Ihr sollt weder Wahrsagerei noch Zauberei treiben.... Wendet euch nicht an die Totengeister und an die Wahrsagegeister! Befragt sie nicht, sonst werdet ihr durch sie unrein. Ich bin der Herr, euer Gott.“ 

5.Moses 18.10 „Niemand finde sich bei dir, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen lässt, niemand, der Wahrsagekünste, Zeichendeuterei, Geheimkünste und Zauberei betreibt, niemand, der Bannungen vornimmt, einen Totengeist oder Wahrsagegeist befragt oder Auskunft bei den Toten sucht. Denn ein Greuel für den Herrn ist jeder, der solches tut; um dieser Greuel willen vertreibt sie der Herr, dein Gott, vor dir. Untadelig sollst du dem Herrn, deinem Gott, anhangen."

 


Zuletzt Aktualisiert am: 01.12.2008 Home