
INHALT I - Vom inneren Sinn im Gotteswort III - Im Wort ist ein geistiger Sinn. X Der Buchstabensinn des Wortes ist die Grundlage, Hülle und Stütze. Der buchstäbliche Sinn des Wortes dient den darin verborgenen Wahrheiten
zur Wache. Scheinbarkeiten des Wahren im Buchstaben des Wortes. Es sind im allgemeinen vier verschiedene Stile im Wort Bücher, die zum Wort gehören Bücher, Der Charakter der Schriften der Apostel Quellenangabe und Abkürzungen. Zurück zur
Inhaltsübersicht
I - Vom
inneren Sinn im Gotteswort
Es wird allgemein gesagt, das Wort sei von Gott, es
sei von Gott eingegeben, und daher heilig; dennoch aber weiß kaum jemand, wo in
ihm das Göttliche liegt; denn das Wort erscheint im Buchstaben wie eine
gewöhnliche Schrift, in einem fremdartigen Stil, der weder erhaben noch
lichtvoll ist, wie dies dem Anschein nach die Schriften der Welt sind. Daher
kommt, daß der Mensch, der die Natur für Gott, oder der sie mehr als Gott
verehrt, und daher aus sich und seinem Eigenen, und nicht aus dem Himmel vom
Herrn her denkt, leicht in Irrtum über das Wort und in Verachtung desselben
verfällt, und, wenn er es liest, bei sich sagen kann: Was soll dies, was jenes,
ist dies göttlich, kann Gott, Der unendliche Weisheit hat, so sprechen? Wo und
woher anders ist sein Heiliges, als aus dem Aberglauben und somit aus der
Überredung? Allein wer so denkt, überlegt nicht, daß Jehovah der
Herr, Der der Gott des Himmels und der Erde ist, das Wort durch Moses und die
Propheten gesprochen hat, und daß es daher nichts als das göttlich Wahre sein
kann; denn was Jehovah, der Herr selbst spricht, das ist wahr. Auch bedenkt er
nicht, daß der Herr, der Heiland, Der mit Jehovah Einer und derselbe ist, das
Wort bei den Evangelisten aus Seinem Munde, und vieles aus dem Geist Seines
Mundes, welcher der Heilige Geist ist, durch Seine zwölf Apostel gesprochen
hat. Daher kommt, daß, wie Er selbst sagt, in Seinen Worten Geist und Leben
ist, und daß Er das Licht ist, welches erleuchtet, und daß Er die Wahrheit ist. Allein der natürliche Mensch kann hierdurch doch
nicht überzeugt werden, daß das Wort das göttlich Wahre selbst ist, in dem
göttliche Weisheit und göttliches Leben ist; denn er beurteilt es nach dem
Stil, und in diesem kann er das Göttliche nicht finden. Gleichwohl ist der Stil
des Wortes der göttliche Stil selbst, mit dem kein anderer Stil, wie erhaben
und vortrefflich er auch erscheint, verglichen werden kann. Der Stil des Wortes
ist von der Art, daß es heilig ist in jedem Sinn, und in jedem Wort, ja hin und
wieder selbst in den Buchstaben. Daher das Wort den Menschen mit dem Herrn
verbindet, und den Himmel öffnet. Zwei Dinge sind es, die vom Herrn ausgehen: die
göttliche Liebe und die göttliche Weisheit, oder was dasselbe ist, das göttlich Gute
und das göttlich Wahre. Das Wort ist seinem Wesen nach beides, und weil es den
Menschen mit dem Herrn verbindet, und den Himmel öffnet, so erfüllt das Wort
den Menschen mit dem Guten der Liebe und mit den Wahrheiten der Weisheit;
seinen Willen mit dem Guten der Liebe, und seinen Verstand mit den Wahrheiten
der Weisheit, infolgedessen dem Menschen durch das Wort Leben zuteil wird. Doch
ist wohl zu merken, daß nur denjenigen Leben aus dem Worte zuteil wird, die es
in der Absicht lesen, die göttlichen Wahrheiten aus ihm als ihrer Quelle zu II
schöpfen, und zugleich auch in der Absicht, die
daraus geschöpften Wahrheiten auf das Leben anzuwenden; - das Gegenteil
geschieht bei denen, die das Wort nur in der Absicht lesen, Ehrenstellen zu
erhaschen und die Welt zu gewinnen. <WCR 189-191> Daß das Wort des Alten Testaments Geheimnisse des Himmels enthält, und daß alles und jedes in ihm eine Beziehung hat auf den Herrn, Seinen Himmel, die Kirche, den Glauben und das was zum Glauben gehört, ersieht kein Sterblicher aus dem Buchstaben; denn aus dem Buchstaben oder dem Sinne des Buchstabens sieht niemand etwas anderes, als daß es im allgemeinen sich beziehe auf das Äußere der jüdischen Kirche, während doch überall ein Inneres ist, das nirgends offen vorliegt im Äußeren, ausgenommen sehr weniges, das der Herr geoffenbart und den Aposteln erklärt hat; wie z.B. daß die Opfer den Herrn bedeuten; das Land Kanaan und Jerusalem den Himmel, daher dieser auch genannt wird das himmlische Kanaan und Jerusalem; desgleichen das Paradies. Daß aber alles und jedes, ja das allereinzelnste,
bis zum kleinsten Jota, Geistiges und Himmlisches bezeichnet und in sich
schließt, darüber ist die Christenheit noch in tiefer Unkunde, daher sie auch
das Alte Testament wenig beachtet. Man könnte es jedoch wissen schon aus diesem
einzigen Umstand, daß das Wort, weil es des Herrn und vom Herrn ist, überall
nicht sich denken ließe, wenn es nicht innerlich solches enthielte, was des
Himmels, was der Kirche und was des Glaubens ist, da es sonst nicht Wort des
Herrn genannt und auch nicht gesagt werden könnte, daß ihm einiges Leben
inwohne. Denn woher sollte das Leben kommen, wenn nicht von dem, was des Lebens
ist, d.h., wenn nicht daher, daß alles und jedes sich bezieht auf den Herrn,
Welcher das eigenste Leben ist; daher alles, was nicht inwendig auf Ihn
abzielt, nicht lebt, ja welcher Ausdruck im Worte nicht Ihn in sich schließt,
oder nach seiner Weise auf Ihn sich bezieht, der ist auch nicht göttlich. Ohne
ein solches Leben ist das Wort in Ansehung des Buchstabens tot; es verhält sich
nämlich mit dem Worte, wie mit dem Menschen, der, wie in der
Christenheitbekannt ist, ein äußerer und ein innerer ist; der äußere Mensch
getrennt vom inneren ist der Leib, und somit tot; der innere aber ist es, der
lebt und dem äußeren Leben gibt. Der innere Mensch ist seine Seele: so ist das Wort,
bloß dem Buchstaben nach genommen, wie ein Leib ohne Seele. Aus dem bloßen
Buchstabensinne, wenn man bei ihm stehenbleibt, kann nie ersehen werden, daß er
dergleichen enthält, wie z.B. das erste von der Genesis. Aus dem Buchstabensinn erkennt man durchaus nichts
anderes, als daß gehandelt wird von der Schöpfung der Welt und vom Garten Eden,
der das Paradies genannt wird, dann von Adam, als dem erstgeschaffenen
Menschen. Wer ahnt wohl etwas anderes? Das erste Kapitel der Genesis, handelt
im inneren Sinn von der neuen Schöpfung des Menschen oder von seiner Wiedergeburt
im allgemeinen, von der Ältesten Kirche im besonderen und zwar so, daß
nicht das Kleinste eines Wortes ist, das nicht etwas vorbilde, bezeichne und in
sich schließe. <HG 1-4> III -
Im Wort ist ein geistiger Sinn
Kein Mensch, dem unbekannt ist, daß sich ein
bestimmter geistiger Sinn im Wort befindet, wie die Seele im Körper, kann über
das Wort nach etwas anderem urteilen, als nach dessen Buchstabensinn, während
doch dieser wie ein Kästchen ist, das Kostbarkeiten enthält, die sein geistiger
Sinn sind. Es ist also nicht zu verwundern, wenn dieses Kästchen nicht höher
geschätzt wird als nach dem Wert seines Stoffes, der vor dem Auge erscheint - so
verhält es sich auch mit dem Wort nach seinem Buchstabensinn. Damit nun der Mensch nicht im Zweifel sei, daß das
Wort göttlich und höchst heilig ist, ist mir (E. Swedenborg) vom Herrn dessen
innerer Sinn geoffenbart worden, der seinem Wesen nach geistig ist, und dem
äußeren Sinn, der natürlich ist, innewohnt wie die Seele dem Körper. Dieser
Sinn ist der Geist, der den Buchstaben belebt, und deshalb kann auch dieser
Sinn von der Göttlichkeit und Heiligkeit des Wortes zeugen, und selbst den
natürlichen Menschen, wenn er sich überzeugen lassen will, überführen. <WCR 192> Der geistige Sinn ist nicht der, der aus dem
Buchstabensinn hervorleuchtet, wenn jemand im Worte forscht und es erklärt um
irgendeine Lehrbestimmung der Kirche zu begründen; dieser Sinn kann der
buchstäbliche und kirchliche Sinn des Wortes genannt werden. Der geistige Sinn
erscheint nicht im Buchstabensinn, er ist inwendig in diesem, wie die Seele im
Körper, wie der Gedanke des Verstandes in den Augen, und wie das Gefühl der
Liebe im Angesicht. Dieser Sinn macht es hauptsächlich, daß das Wort geistig
ist, nicht nur für die Menschen, sondern auch für die Engel, weshalb das Wort
durch diesen Sinn mit den Himmeln in Verbindung steht. <WCR 194> Es ist inwendig im Wort ein geistiger Sinn, der vom
Reich des Herrn handelt, und im Inneren dieses Sinnes ist das Göttliche, weil
das Wort in seinem innersten Sinn vom Herrn allein handelt. Hieraus stammt die
Heiligkeit und das Leben des Wortes und nirgends andersher. Das Wort ist wie
ein göttlicher Mensch: der Buchstabensinn ist gleichsam der Körper desselben,
der innere Sinn aber ist seine Seele. <HG 8943> Vom Herrn geht das Himmlische, das Geistige und das
Natürliche, eines nach dem anderen, aus. Himmlisch heißt, was aus Seiner
göttlichen Liebe hervorgeht, und dies ist das göttlich Gute. Geistig heißt,
was aus Seiner göttlichen Weisheit hervorgeht, und dies ist das göttlich Wahre.
Das Natürliche entspringt aus beiden, und ist ihre Zusammenfassung im
Letzten. Die Engel aus dem himmlischen Reich des Herrn, aus denen der dritte
oder oberste Himmel besteht, sind im Göttlichen, das vom Herrn ausgeht und das
Himmlische IV
genannt wird, denn sie sind im Guten der Liebe vom
Herrn. Die Engel aus dem geistigen Reich des Herrn, aus denen der zweite oder
mittlere Himmel besteht, sind in dem Göttlichen, das vom Herrn ausgeht und das
Geistige genannt wird; denn sie sind im Wahren der Weisheit vom Herrn. Die
Menschen der Kirche in der Welt aber sind im göttlich Natürlichen, das auch vom
Herrn ausgeht. Hieraus folgt nun, daß das vom Herrn ausgehende Göttliche bis zu
seinem Letzten durch drei Stufen herabsteigt, und das Himmlische, das Geistige
und das Natürliche genannt wird. Das Göttliche, das vom Herrn zu den Menschen
herabsteigt, steigt durch jene drei Stufen herab, und enthält, wenn es
herabgestiegen ist, jene drei Stufen in sich. Alles Göttliche hat diese
Beschaffenheit. Wenn es daher auf seiner letzten Stufe ist, so ist es in seiner
Fülle. Von dieser Beschaffenheit ist das Wort. Das Wort ist in seinem letzten
Sinne natürlich, im inneren Sinn geistig, im innersten Sinn himmlisch, und in
jedem göttlich. Den Unterschied zwischen diesen Stufen kann man nicht wissen,
wenn man die Entsprechung nicht kennt, denn jene drei Stufen sind ganz so
voneinander unterschieden, wie der Endzweck, die Ursache und die Wirkung, oder
wie das Frühere, das Spätere und das Letzte, aber sie machen eins aus
durch die Entsprechung; denn das Natürliche entspricht dem Geistigen und auch
dem Himmlischen. <4HL/LS 5,6> Man kann die Schöpfungsgeschichte Moses vierfach
lesen und allezeit sehr wohl und rein verstehen. Erstens: bloß rein
naturmäßig, woraus man ein notwendiges Werden in gewissen Perioden nach der
ewig unwandelbaren Ordnung Gottes ersieht. Daraus können alle Naturweisen ihren
Verstand anfüllen und ihre unmöglich anders als nur immer höchst seichten
Betrachtungen ziehen; sie können auf diesem Wege recht vieles ermitteln, aber
dabei doch niemals auf irgendeinen festen und haltbaren Grund kommen. Zweitens:
naturmäßig und geistig gemengt. Diese ebenfalls höchst wahre Sphäre ist für die
Menschen, die nach dem Wohlgefallen Gottes trachten, die beste, weil da beides,
wie Hand in Hand gehend, klar in der Tat und in der Erscheinlichkeit
ersichtlich und begreiflich wird. Drittens: rein geistig, wobei auf die
Naturerscheinungen und ihre zeitweiligen Bestände und Veränderungen nicht die
allergeringste Rücksicht genommen wird. Da handelt es sich bloß nur um die
geistige Bildung der Menschen, die Moses gar trefflich in den entsprechenden Naturbildern
dargestellt hat. Dieses haben zu verstehen alle Gottesweisen, denen die innere
Bildung der Menschen anvertraut ist. Und endlich viertens: rein himmlisch, wo der Herr
alles in allem ist und alles auf Ihn Bezug hat. Wie aber dieses zu nehmen und
zu verstehen ist, könnet ihr nicht eher fassen, als bis ihr durch die volle
Wiedergeburt eures Geistes mit Mir eins geworden seid, so wie Ich auch eins bin
mit dem Vater im Himmel, doch mit dem Unterschiede, daß ihr alle mit Mir eins
sein werdet in gesonderter Persönlichkeit, während Ich und der Vater, Der Meine
Liebe ist, miteinander in ewig ungesonderter Persönlichkeit vollkommen eins
sind. <JE IV,163/2-6> V
Weil das Wort aus dem Herrn ist, und von Ihm durch
den Himmel zu den Menschen herabgestiegen, deshalb ist es so beschaffen, daß es
auch in Ansehung des einzelnen göttlich ist, und sowie es herabstieg vom Herrn,
so auch zu Ihm hinaufsteigt, d.h. zu Ihm erhoben wird, und zwar durch die
Himmel. Daß es drei Himmel gibt, ist bekannt; wie auch, daß der innerste Himmel
der dritte Himmel, der mittlere Himmel der zweite Himmel, und der unterste
Himmel der erste Himmel heißt. Deshalb ist das Wort, wenn es hinaufsteigt, wie
wenn es herabsteigt, im Herrn göttlich, im dritten Himmel ist es himmlisch, im
zweiten Himmel ist es geistig, im ersten Himmel aber ist es himmlisch- und
geistig-natürlich. In der Kirche aber bei den Menschen ist das Wort in Ansehung
es Buchstabensinnes natürlich, somit weltlich und irdisch. Hieraus erhellt, wie das Wort beschaffen ist, und
auch wie es sich mit dem Worte verhält, wenn es von einem Menschen, der in
heiliger Stimmung, d.h. im Guten und Wahren ist, gelesen wird, denn dann
erscheint es bei ihm als etwas Weltliches oder Historisches, in dem jedoch
Heiliges ist; aber im ersten Himmel erscheint es als etwas himmlisch- und
geistig Natürliches, in dem jedoch Göttliches. Im zweiten Himmel aber ist es
geistig, und im dritten Himmel ist es himmlisch; im Herrn aber ist es göttlich. Der Sinn des Wortes verhält sich gemäß den Himmeln.
Der höchste Sinn des Wortes, in dem vom Herrn gehandelt wird, ist für den
innersten oder dritten Himmel; sein innerer Sinn, in dem vom Reich des Herrn
gehandelt wird, ist für den mittleren oder zweiten Himmel; der untere Sinn aber
des Wortes, in dem der innere Sinn sich auf das Volk bezieht das daselbst
genannt wird, ist für den unteren oder den ersten Himmel. Dagegen der unterste
oder der Buchstabensinn ist für den Menschen, solange er noch in der Welt lebt.
Er ist aber dennoch von der Art, daß ihm der inwendigere Sinn mitgeteilt werden
kann, und dann auch der innere und höchste; denn der Mensch hat Gemeinschaft
mit den drei Himmeln. Der Mensch ist nämlich erschaffen nach dem Bilde der drei
Himmel, und zwar so sehr, daß er, wenn er in der Liebe zu Gott, und in
Liebtätigkeit gegen den Nächsten lebt, ein Himmel in kleinster Form ist. Daher
kommt es, daß innerhalb eines solchen Menschen das Reich des Herrn ist, wie
auch der Herr selbst bei Luk.17/21 lehrt: “Siehe, das Reich Gottes ist inwendig
in euch”. Dieses wurde gesagt, damit man wisse, daß im Worte
nicht nur ein höchster und ein innerer, sondern auch ein unterer Sinn ist, und
daß in diesem, nämlich im unteren Sinn, der innere Sinn sich bezieht auf das
Volk das daselbst genannt wird. Dieser Sinn wird der innere historische Sinn
genannt, und zwar aus dem Grunde, weil er bisweilen in lebendiger Weise und
Form im ersten Himmel dargestellt zu werden pflegt, was mir (Swedenborg) auch
einige Male zu sehen gestattet wurde. <HG 4279> VI
Der Herr: Was die Propheten davon geschrieben haben
aus ihrer inneren Eingebung, das haben sie in Bildern geschrieben, die pur
Entsprechungen sind von den in ihnen verborgenen, nackten Wahrheiten. Wer
demnach die alte Lehre von den Entsprechungen versteht, dem wird es bald klar
werden, was alles die Bilder der Propheten zu bedeuten haben. Ihr habt von den Entsprechungen nie etwas gehört,
und so kennet ihr auch von der Schrift nur den groben, naturmäßigen Sinn; aber
es gibt in den Bildern der Prophetenschrift stets einen dreifachen Sinn:
erstens den naturmäßig-geistigen, zweitens den pur geistigen und drittens den
rein himmlischen aus dem Herzen Gottes. Nach dem ersten bestimmt sich das
sittliche Leben des Menschen alsogestaltig, daß er als naturmäßiger Mensch also
denkt infolge einer rechten Erziehung und auch also handelt, daß er nicht an
der Materie klebenbleibt, sondern sich von ihr abwendet und sie nur insoweit
benutzt, um durch sie in das rein Geistige stets tiefer und heller
einzudringen. Wer das tut, wenn er dazu unterrichtet ist, der findet dann bald
die Entsprechung zwischen Materie und Geist. Hat er das, dann wird er aus dem
Geistigen in das Himmlische oder in das Reingeistige eingehen. Von da geht es
dann leicht in das rein göttlich Himmlische über. Da wird ihm dann erst
vollends klar werden, was im Grunde des Grundes die Schrift der Propheten alles
als vollends Enthülltes in sich enthält. Wer aber in der Schrift nur die puren Materiebilder
schon für alles hält, der beweist, daß er selbst noch pur Materie ist, die
gerichtet ist und sein muß, und daß er ihr Gericht in seinem Bewußtsein und in
seinem Gefühle zeit seines diesirdischen Lebens fortbehält und in der steten Furcht
und Angst schwebt, auch mit seiner Seele nach dem Abfalle des Leibes in jenen
rein materiellen Zustand zu geraten, in dem die Schrift bildlich den Zustand
der Materie darstellt und beschreibt. Ich aber sage es dir und euch allen, daß jenseits
sich alles anders verhält, als es in den Bildern der Schrift dargetan ist. Die
Worte der Schrift sind gleich der Schale eines Eies, innerhalb welcher sich
auch ein Dreifaches birgt, nämlich das Weiße und das Gelbe und in der Mitte des
Gelben erst das rötliche Lebensknäulchen, das den Lebenskeim birgt. Diese
Umhülsung aber muß in der materiellen Welt überall da sein, wo nur immer etwas
ist, auf daß das innerste Göttliche nirgends, nie und von niemandem je kann
verunreinigt werden. Weil aber überall in allem naturmäßigen Geistiges,
Himmlisches und Göttliches steckt, was doch offenbar die Allgegenwart des
göttlichen Willens beweist, so besteht auch Entsprechung zwischen allem was in
der Welt, im Geisterreiche, im Himmel und endlich gar in Gott selbst sich
vorfindet. <JE V,272/7-13> Der Herr: Ich meine nun, daß ihr das jetzt doch
werdet begriffen haben, und so Ich fürderhin wieder einmal auf dieses Thema
geraten sollte, da fraget Mich nicht mehr um den Sinn solcher Lehrbilder, die
Ich ebendarum also verhüllt gebe, weil sie pur für die Seele gestellt sind, die
nun bei jedem Menschen auf dieser Erde auch VII
durch das Fleisch verhüllt ist vor dem Leibesauge!
Denn es ist ein anderes um eine Lehre, die den ganzen Menschen betrifft, und
ein anderes um die Lehre, die allein die Seele angeht. <JE V,245/12> Wenn man einen Redenden
hört, und auf die Wörter achtet, dann faßt man die Idee des Redenden nicht so,
wie wenn man gar nicht auf die Wörter oder deren Bedeutung merkt. Der innere
Sinn des Wortes verhält sich zum äußeren oder buchstäblichen beinahe ebenso wie
die Rede, deren Wörter kaum gehört, und noch weniger beachtet werden, wenn das
Gemüt bloß in dem Sinn der durch die Wörter des Redenden bezeichneten Sachen
festgehalten wird. Die älteste Schreibweise war Vorbildung von Sachen durch
Personen und durch Wörter, unter denen etwas ganz anderes verstanden wurde. Die
weltlichen Schriftsteller kleideten in dieser Weise ihre Geschichtswerke ein,
auch die Dinge, die sich auf das bürgerliche und sittliche Leben bezogen, und
zwar so, daß nichts dem Buchstaben nach ganz so war, wie es geschrieben war,
sondern etwas anderes darunter verstanden wurde, und dies bis dahin, daß sie
alle möglichen Neigungen als Götter und Göttinnen darstellten, denen die Heiden
nachher einen Gottesdienst weihten. Diese Schreibweise hatten sie von den
Uralten her, die vor der Sündflut lebten, und sich die himmlischen und
göttlichen Dinge durch solches, was auf Erden und in der Welt sichtbar war,
vorbildeten, und so das Gemüt und die Seele mit lieblichen und wonnigen
Gefühlen erfüllten, wenn sie die Gegenstände des Weltalls betrachteten,
hauptsächlich solche, die eine schöne Form und Ordnung hatten. Daher sind alle
Bücher der Kirche jener Zeiten so geschrieben. Von dieser Art ist das Buch
Hiob, und denselben nachgebildet ist von dieser Art auch das Hohelied Salomos.
Von dieser Art waren auch die zwei Bücher, die Moses erwähnt, 4.Mose 21/14,27,
außer vielen, die verlorengegangen sind. <HG 1756> Alles, was in den ersten Kapiteln des 1.Mose
enthalten ist, ist eine geschichtartige Einkleidung, in deren innerem Sinn
göttliche Wahrheiten enthalten sind von der neuen Schöpfung und der
Wiedergeburt des Menschen der himmlischen Kirche. Diese Art der Darstellung war
üblich in den ältesten Zeiten, nicht nur bei denen, die der Kirche angehörten,
sondern auch bei denen, die außerhalb der Kirche waren, z.B. bei den Arabern,
den Syrern und den Griechen, wie aus den Büchern jener Zeit, sowohl den
heiligen als den weltlichen, deutlich hervorgeht. Als Nachahmung derselben, weil aus ihnen
hervorgehend, wurde das Hohelied von Salomo geschrieben, welches Buch kein
heiliges Buch ist, weil es nicht inwendig Himmlisches und Göttliches in
bestimmter Reihenfolge enthält, wie die heiligen Bücher. Das Buch Hiob ist ein Buch der Alten Kirche.
Heilige Bücher der Alten Kirche, die nun verloren sind, werden erwähnt 4.Mose
21/14,15,27: die historischen Teile derselben wurden “Kriege Jehovahs” genannt
und die prophetischen “Aussprüche”. Daß in den historischen, welche die Kriege
Jehovahs hießen, eine solche Schreibweise VIII
war, erhellt aus dem, was daraus von Mose entnommen
und angeführt wurde. Daß diese Bücher heilig waren, ist klar aus dem, was
4.Mose 48/45,46 steht. Daß eine solche Schreibweise bei denen, die außerhalb
der Kirche waren, zu jener Zeit sehr gebräuchlich und fast einzig in Übung war,
geht auch deutlich hervor aus den Fabeln (Mythen) jener Schriftsteller, die
außerhalb der Kirche waren, in denen sie Moralisches einkleideten, oder
solches, was sich auf die Neigungen und auf das Leben bezieht. <HG 9942> Das Wort wurde in Entsprechungen geschrieben Weil das Wort in seinem
Inneren geistig und himmlisch ist, so ist es in lauter Entsprechungen
geschrieben, und was in lauter Entsprechungen geschrieben ist, das ist in
seinem letzten Sinn (oder im buchstäblichen Sinn) in einer Schreibart
geschrieben, dergleichen bei den Propheten und Evangelisten sich findet, die,
ob sie gleich gewöhnlich erscheint, doch die göttliche Weisheit und alle
Engelweisheit in sich verschließt. <4HL/LS 8> In den ältesten Zeiten war die Entsprechung
vollständig bekannt; denn für die, welche damals lebten, war die Wissenschaft
der Entsprechungen die Wissenschaft der Wissenschaften, und so allgemein, daß
alle ihre Schriften und Bücher in Entsprechungen geschrieben waren. Das Buch
Hiob, welches ein Buch der Alten Kirche ist, ist voll von Entsprechungen. Die
Hieroglyphen der Ägypter und auch die Mythen der Urmenschen waren nichts
anderes. Alle alten Kirchen waren Geistiges vorbildende Kirchen: ihre Bräuche,
nach denen ihr Gottesdienst eingerichtet war, bestanden aus lauter
Entsprechungen, ebenso alle Satzungen und Rechtsverhältnisse, die ihren
Gottesdienst und ihr Leben betrafen. Da sich also die göttlichen Dinge in der Welt in
Entsprechungen darstellen, so ist auch das Wort in lauter Entsprechungen
geschrieben worden, weshalb der Herr, weil Er aus dem Göttlichen sprach, in
Entsprechungen sprach, denn was aus dem Göttlichen ist, das fällt in der Natur
in Dinge, die den göttlichen Dingen entsprechen, und die dann die göttlichen
Dinge, welche die himmlischen und geistigen heißen, in ihrem Schoß bergen. <WCR 201> Ich (E. Swedenborg) bin unterrichtet worden, daß die
Menschen der Ältesten Kirche, die vor der Sündflut bestand, von so himmlischer
Art waren, daß sie mit den Engeln des Himmels redeten, und daß sie mit
denselben reden konnten durch Entsprechungen; infolgedessen sie zu einer
solchen Stufe der Weisheit gelangten, daß sie über alles, was sie auf Erden
sahen, nicht bloß natürlich, sondern auch zugleich geistig, und so in
Gemeinschaft mit den Engeln des Himmels, dachten. Noch weiter bin ich
unterrichtet worden, daß Chanoch (1.Mose 5/21-24) mit seinen Genossen aus ihrem
Munde die Entsprechungen gesammelt und deren Kenntnis IX
auf die Nachkommen fortgepflanzt habe; was dann die
Folge hatte, daß die Wissenschaft der
Entsprechungen in vielen Reichen Asiens, besonders im Lande Kanaan, in Ägypten,
Assyrien, Chaldäa, Syrien, Arabien, Tyrus, Sidon, Ninive, nicht nur bekannt,
sondern auch ausgebildet war, und von da nach Griechenland verpflanzt, hier
aber in Mythisches verkehrt wurde, wie dies aus den Schriften der dortigen
Urbewohner erhellen kann. <WCR
202> Weil die vorbildenden Bräuche der Kirche, die
Entsprechungen waren, mit dem Fortgang der Zeit in Götzendienst, und auch in
Magie verkehrt zu werden anfingen, so ging diese Wissenschaft infolge einer
Fügung der göttlichen Vorsehung allmählich verloren, und kam beim
israelitischen und jüdischen Volk gänzlich in Vergessenheit. Zwar bestand der
Gottesdienst dieses Volkes aus lauter Entsprechungen, und war daher Vorbildung
himmlischer Dinge, dennoch aber wußten sie nicht, welche Bedeutung dieses oder
jenes hatte. Daß die Götzendienste der Heiden in den alten Zeiten
aus der Wissenschaft der Entsprechungen entstanden, kam daher, daß alle Dinge,
die auf der Erde erscheinen, entsprechen, somit nicht nur die Bäume, sondern
auch die Landtiere und die Vögel aller Art, dann die Fische und das übrige. Die
Alten, die in der Wissenschaft der Entsprechungen waren, machten sich Bilder,
die den himmlischen Dingen entsprachen, und erfreuten sich an denselben, weil
sie Zeichen von Dingen des Himmels und der Kirche waren, daher sie dieselben
nicht nur in ihren Tempeln, sondern auch in ihren Häusern aufstellten, nicht um
sie anzubeten, sondern um sich an die himmlischen Dinge zu erinnern, deren
Zeichen sie waren. Als aber die Wissenschaft der Entsprechungen sich verlor,
fingen sie an, die von den Alten aufgestellten Abbildungen und Standbilder,
weil sie sich in den Tempeln und neben denselben befanden, als Heiligtümer und
zuletzt als Gottheiten zu verehren. <WCR 204> Es möchte hier wohl so mancher sagen: Solches alles
hat ja nur einen tiefen, geistigen Sinn; - o ja, sage ich, den allertiefsten,
weil es ein allerreinstes und unmittelbares Wort Gottes ist. Ich frage aber
dabei: Warum sucht ihr das Gold nicht auf der Oberfläche der Erde, sondern
grabet tiefe Schachte und weitlaufende Stollen? - Ihr saget: Wie ist solches zu
verstehen? - Ich sage euch: Nichts leichter als das; wer zum Golde gelangen
will, muß die äußere Erde nicht unbeachtet lassen, sondern muß dieselbe
durchbrechen, und erst durch diese äußerste Erdkruste zu der inneren
Goldlagerung gelangen. Also muß auch des göttlichen Wortes Buchstabensinn zuvor
vollkommen beachtet werden, bevor man den geistigen überkommen kann, freilich
wohl im rechten und zweckmäßigen Verstande. <GS I,40/14> X Der
Buchstabensinn des Wortes ist die Grundlage, Hülle und Stütze
seines geistigen und himmlischen Sinnes In allem Göttlichen ist ein
Erstes, ein Mittleres und ein Letztes, und zwar schreitet das Erste durch das
Mittlere zum Letzten fort, und hat so Dasein und Bestand. Daher das Letzte die
Grundlage ist. Ferner ist das Erste im Mittleren, und durch das Mittlere im
Letzten, somit ist das Letzte das Enthaltende, und weil das Letzte das
Enthaltende und die Grundlage ist, so ist es auch die Stütze. Die drei können
auch genannt werden der Endzweck, die Ursache und die Wirkung; dann auch das
Sein, das Werden und das Dasein; und daß der Endzweck das Sein, die Ursache das
Werden und die Wirkung das Dasein ist. Daher gibt es bei jeder vollendeten
Sache ein Dreifaches, das man das Erste, das Mittlere und das Letzte, dann auch
den Endzweck, die Ursache und die Wirkung heißt. - So kann man begreifen, daß
jedes göttliche Werk im Letzten vollendet und vollkommen ist, sowie auch, daß
im Letzten alles ist, weil in ihm das Frühere beisammen ist. Daher kommt, daß
unter drei im geistigen Sinn des Wortes verstanden wird das Vollendete
und Vollkommene, dann auch alles zusammen. Und weil dieses durch jene Zahl
bezeichnet wird, so wird sie immer dort gebraucht, wo dergleichen angedeutet
wird. <WCR 210, 211> Der
buchstäbliche Sinn des Wortes dient den darin verborgenen Wahrheiten zur Wache
Der buchstäbliche Sinn des Wortes dient dem echten
Wahren, das inwendig verborgen liegt, zur Wache. Und die Wache besteht darin,
daß jener Sinn so oder anderes gedeutet und nach der Fassungskraft erklärt, und
doch hierdurch das Innere nicht beschädigt noch verletzt werden kann. Denn es
schadet nicht, daß der buchstäbliche Sinn des Wortes von dem einen anders als
von dem anderen verstanden wird, wohl aber schadet es, wenn das göttlich Wahre,
das inwendig verborgen liegt, verkehrt wird, denn dadurch wird dem Wort Gewalt
angetan. Darüber, daß dies nicht geschehe, wacht der buchstäbliche Sinn, und
wacht bei denjenigen, die aus Religion im Falschen sind, und sich in diesem
Falschen nicht bestärken; denn diese tun demselben keine Gewalt an. Dies Wache wird durch die Cherube bezeichnet, und
auch durch sie im Wort beschrieben. Sie werden angedeutet durch die Cherube,
die, nachdem Adam mit seinem Weibe aus dem Garten Eden vertrieben war, an
dessen Eingang gestellt wurden, und von denen 1.Mose 3/23,24 liest: ,,Als
Jehovah Gott den Menschen hinausgetrieben hatte, stellte Er an den Garten Eden
gegen Morgen Cherube mit flammendem und sich hin und her wendenden Schwerte,
den Weg zum Baume des Lebens zu hüten”. XI
Durch die Cherube wird die Wache angedeutet. Durch
den Weg zum Baum des Lebens wird bezeichnet der Eingang zum Herrn, der den
Menschen durch das Wort gegeben ist. Durch die Flamme des sich hin und her
wendenden Schwertes wird das göttlich Wahre im Untersten bezeichnet, welches wie
das Wort im buchstäblichen Sinne ist, der so gewendet (verschieden ausgelegt)
werden kann. <4HL/LS 97> Durch
den buchstäblichen Sinn des Wortes findet eine Verbindung mit dem Herrn und
eine Zusammengesellung mit den Engeln statt.
Durch das Wort wird eine Verbindung mit dem Herrn
bewirkt, weil das Wort von Ihm allein handelt, und durch dasselbe der Herr
alles in allem ist, und Er das Wort heißt. Daß die Verbindung durch den
buchstäblichen Sinn geschieht, ist deswegen, weil in diesem Sinne das Wort in
seiner Fülle, in seinem Heiligtum und in seiner Macht ist. Die Verbindung wird
dem Menschen nicht sichtbar, sondern liegt in der Neigung zum Wahren und in der
Wahrnehmung desselben, also in seiner Liebe zum göttlich Wahren und in seinem
Glauben daran. Daß durch den buchstäblichen Sinn eine
Zusammengesellung mit den Engeln des Himmels bewirkt wird, rührt daher,
daß in diesem Sinne der geistige und himmlische Sinn enthalten ist, und in
diesen Sinnen die Engel sind. Die Engel des geistigen Reiches im geistigen Sinn
des Wortes, und die Engel des himmlischen Reiches in seinem himmlischen Sinn.
Diese Sinne entwickeln sich aus dem natürlichen Sinn des Wortes, welcher der
Sinn des Buchstabens ist, während der wahrheitsliebende Mensch in diesem Sinne
ist. Diese Entwicklung ist augen-blicklich, mithin auch die Zusammengesellung. <4HL/LS 62> Das Wort ist in lauter Entsprechungen geschrieben,
und daher so beschaffen, daß es den Himmel mit dem Menschen verbindet. Der
Himmel ist im inneren Sinn des Wortes, und dem inneren Sinn entspricht der
äußere Sinn. Wenn daher das Wort vom Menschen gelesen wird, so werden die Engel, die
beim Menschen sind, dasselbe im geistigen Sinn inne, welches der innere Sinn
ist, und dadurch fließt das Heilige von den Engeln her ein, wodurch eine
Verbindung entsteht. Zu diesem Zweck ist ein solches Wort gegeben worden. <HG 10687> Das Wort wurde so geschrieben, damit eine Verbindung
des Himmels mit dem Menschen sein möge, und es ist eine Verbindung, weil jedes
Wort in demselben, ja, in manchen Stellen jeder Buchstabe, einen geistigen Sinn
enthält, in dem die Engel sind; so daß, wenn der Mensch das Wort nach dessen
Scheinbarkeiten der Wahrheit auffaßt, die Engel, die um ihn sind, es geistig verstehen.
Auf diese Weise wird das Geistige des Himmels mit dem Natürlichen der Welt
verbunden, hinsichtlich solcher Dinge, die zum Leben des Menschen nach dem Tode
beitragen. XII
Wäre das Wort anders geschrieben worden, so hätte
keine Verbindung des Himmels mit dem Menschen stattfinden können. Und weil das
Wort im Buchstaben solcherart ist, deshalb ist es sozusagen eine
Unterlage für den Himmel; denn alle Weisheit der Engel des Himmels hinsichtlich
solcher Dinge, die zur Kirche gehören, laufen im buchstäblichen Sinn des Wortes
wie auf ihrer Grundlage aus, weshalb das Wort im Buchstaben die Stütze des
Himmels genannt werden kann. Der buchstäbliche Sinn des Wortes ist deshalb sehr
heilig; ja, er ist sogar mächtiger als sein geistiger Sinn, denn wenn die
Geister irgendeine Stelle des Wortes dem Sinn des Buchstabens gemäß vorbringen,
so erregen sie sogleich irgendeine himmlische Gesellschaft zur Verbindung mit
ihnen an. Hieraus kann erhellen, daß alle Lehren der Kirche
durch den Buchstabensinn des Wortes begründet werden müssen, damit sie
Heiligkeit und Macht erlangen, und zwar aus denjenigen Büchern des Wortes, in
denen ein geistiger Sinn enthalten ist. Auch wird hierdurch klar, wie
gefährlich es ist, das Wort zu verfälschen bis zur Zerstörung des göttlich
Wahren, das in seinem geistigen Sinn liegt, denn dann wird der Himmel dem Menschen verschlossen. <EHO 816> Im einzelnen des Wortes ist eine eheliche Verbindung
des Herrn und der Kirche, und daher des Guten und Wahren Im buchstäblichen Sinn des
Wortes liegt der geistige und himmlische Sinn verborgen. Im geistigen Sinn
bezieht sich alles hauptsächlich auf die Kirche, und im himmlischen
hauptsächlich auf den Herrn. Der geistige Sinn bezieht sich daher auf das
göttlich Wahre, und der himmlische Sinn auf das göttlich Gute. - Daher kommt im
buchstäblichen Sinn des Wortes jene eheliche Verbindung. Dies wird aber keinem sichtbar, der nicht aus dem
geistigen und himmlischen Sinn des Wortes die Bedeutungen der Wörter und Namen
weiß; denn einige Wörter und Namen werden vom Guten, und andere vom Wahren
gebraucht, und andere schließen beides in sich. Weil eine eheliche Verbindung
im einzelnen des Wortes ist, finden sich im Worte oft zwei Ausdrücke, die als
Wiederholungen einer und derselben Sache erscheinen, wiewohl sie keine
Wiederholungen sind, sondern sich der eine auf das Gute und der andere auf das
Wahre bezieht, und beide zusammengenommen deren Verbindung, also eine Sache
ausmachen. Daher kommt auch die Göttlichkeit des Wortes, und Seine Heiligkeit,
denn in jedem göttlichen Werk ist das Gute mit dem Wahren und das Wahre mit dem
Guten verbunden. <4HL/LS 80, 81> Gepaarte Ausdrücke sind: Bruder und Genosse, arm und
dürftig, Wüste und Einöde, Ledigkeit und Leerheit, Feind und Widersacher, Sünde
und Missetat, Zorn und Entbrennung, Völkerschaft und Volk, Freude und
Fröhlichkeit, trauern und weinen, Gerechtigkeit und Gericht, usw., die als
gleichbedeutende Wörter erscheinen, da sie es doch nicht sind: XIII
Bruder, arm, Wüste, Ledigkeit, Feind, Sünde, Zorn,
Völkerschaft, Freude, trauern, Gerechtigkeit werden vom Guten gesagt, und im
entgegengesetzten Sinn vom Bösen. Hingegen Genosse, dürftig, Einöde, Leerheit,
Widersacher, Missetat, Entbrennung, Volk, Fröhlichkeit, weinen, Gericht, werden
vom Wahren gebraucht, und im entgegengesetzten Sinn vom Falschen. Weiters wird im Wort Feuer und Flamme, Gold und
Silber, Erz und Eisen, Holz und Stein, Brot und Wasser, Brot und Wein, Purpur
und Byssus usw. verbunden, weil Feuer,
Gold, Erz, Holz, Brot, Purpur das Gute bezeichnen, und die Flamme, das Silber,
das Eisen, der Stein, das Wasser, der Wein und der Byssus das Wahre bedeuten. Ferner wird gesagt, daß man Gott von ganzem Herzen
und von ganzer Seele lieben solle, denn das Herz wird vom Guten der Liebe, die
Seele aber vom Wahren aus diesem Guten gesagt. Dann wird auch gesagt, daß Gott
im Menschen ein neues Herz (Wille) und einen neuen Geist (Verstand) schaffen
werde. Es gibt auch Wörter, die, weil sie sich auf beides,
sowohl auf das Gute als auf das Wahre beziehen, allein ohne Beifügung anderer
gesetzt werden (z.B. HG. 6297: “Fülle” bedeutet das Ganze oder eine große
Menge, und wird vom Wahren und Guten gesagt). Aber dies und mehreres andere
wird nur den Engeln und denen sichtbar, die, wenn sie im natürlichen Sinn sind,
zugleich auch den geistigen haben. <4HL/LS 84> Wegen der ehelichen Verbindung des Herrn mit der
Kirche, oder was dasselbe ist, wegen der ehelichen Verbindung des göttlich
Guten und des göttlich Wahren im einzelnen des Wortes, wird in sehr vielen
Stellen Jehovah und Gott, und Jehovah und der Heilige Israels genannt, als
wären sie zwei, da sie doch eins sind. Unter Jehovah wird der Herr in
Ansehung des göttlich Guten, und unter Gott der Herr in Ansehung des göttlich
Wahren verstanden. <4HL/LS
88> Scheinbarkeiten
des Wahren im Buchstaben des Wortes
die eigentlichen göttlichen Wahrheiten sind so
beschaffen, daß sie von gar keinem Engel, noch weniger von einem Menschen
begriffen werden können, denn sie gehen über all ihr Verstandesvermögen hinaus.
Damit aber dennoch eine Verbindung des Herrn mit ihnen sein möge, fließen die
göttlichen Wahrheiten in Scheinbarkeiten ein, und wenn in diesen jene
Wahrheiten sind, können sie sowohl aufgenommen als auch anerkannt werden; dies
geschieht der Fassungskraft eines jeden angemessen. Daher sind die Scheinbarkeiten, das heißt die
engelischen und menschlichen Wahrheiten, dreifachen Grades. <HG 3362> Der Herr paßt sich jedem
gemäß seines Zustandes an; denn der Mensch kann nur durch Scheinbarkeiten
belehrt werden, er würde sich sonst gar nicht belehren XIV
lassen; was dem Schein entgegen ist, das glaubt und
begreift er nur spät, d.h. erst, wenn er des Urteils mächtig und mit dem Glauben der
Liebtätigkeit begabt ist. <HG 1838> Vieles ist im Wort nach Scheinbarkeiten und nach den
Täuschungen der Sinne gesagt, z.B. daß Jehovah in Zorn, Grimm und Wut sei gegen
die Gottlosen, daß Er seine Freude daran habe sie zu verderben und zu
vertilgen, ja daß Er töte. Allein es ist so gesagt worden, damit die
Überredungen und Begierden nicht gebrochen, sondern gelenkt würden; denn anders
reden als der Mensch es faßt, nämlich nach den Scheinbarkeiten, Täuschungen und
Überredungen hieße Samen ins Wasser säen und solches sagen, was sogleich
verworfen werden würde. Doch können diese Scheinwahrheiten zu allgemeinen
Gefäßen dienen, in denen Geistiges und Himmlischen enthalten ist, denn es kann
in sie hineingelegt werden, daß alles vom Herrn kommt; daß Er es zuläßt; daß
alles Böse von teuflischen Geistern herrührt; ferner, daß der Herr vorsieht und
es so fügt; daß das Böse zu Gutem gewendet wird; und endlich, daß nichts denn
Gutes vom Herrn kommt. So vergeht der Buchstabensinn, je wie er sich erhebt und
wird geistig, dann himmlisch und zuletzt göttlich. <HG 1874> Es gibt auch einiges im Wort was als Widerspruch
erscheint, obwohl, wenn man es in seinem Licht betrachtet, kein Widerspruch
ist. <4HL/LS 51> Der Herr: Wer zum vollen Lebenslichte der Wahrheit
gelangen will, muß zuvor das Feld der
Lüge und der Täuschungen durchwandern; ohne dieses kommt niemand zur vollen
Wahrheit. Siehe, die ganze Welt, ja sogar der Leib des Menschen und alles
Körperliche ist für Seele und Geist eine Täuschung und somit auch eine Lüge;
aber ohne sie könnte keine Seele zur vollen Wahrheit des Lebens gelangen! Aber
im tieferen Grunde ist auch die Körperwelt wieder keine Täuschung und keine
Lüge, sondern ebenfalls volle Wahrheit; allein sie liegt nicht offen, sondern
ist innen verborgen und kann nur durch Entsprechungen gefunden werden. <JE VII,137/12,13> Es sind
im allgemeinen vier verschiedene Stile im Wort
Der erste ist der, den die Älteste Kirche
hatte; ihre Ausdrucksweise war von der Art, daß sie, wenn sie Irdisches und
Weltliches nannten, sich das Geistige und Himmlische dabei dachten, das es
vorbildete, daher sie es nicht nur durch Vorbildliches ausdrückten, sondern es
auch in einen geschichtartigen Zusammenhang brachten, damit es lebendiger
würde, woran sie überaus große Freude hatten. Dieser Stil war gemeint, als
Channa weissagte und sprach: ,,Redet Hohes, Hohes, es gehe Altes aus von eurem
Munde”, 1.Sam.2/3. Jene Vorbildungen werden bei David genannt XV
Rätsel aus dem Altertum, Ps.78/2-4. Von den
Nachkommen der Ältesten Kirche hatte Moses dieses von der Schöpfung, vom Garten
Eden bis zu Abrahams Zeit. Der zweite Stil ist der Geschichtliche, der
in den Büchern Mose von Abrams Zeit an und weiterhin, und in denen Josuas, der
Richter, Samuels, und der Könige sich findet, in denen das Geschichtliche ganz
so ist, wie es im Sinne des Buchstabens erscheint, aber immerhin enthält alles
und jedes ganz anderes im inneren Sinne. Der dritte ist der prophetische, der
herstammt von dem Stil der Ältesten Kirche, den man hoch verehrte; allein er
ist nicht stetig fortlaufend und geschichtartig, wie der Älteste war, sondern
er ist abgerissen, kaum je verständlich, außer im inneren Sinne, in dem die
tiefsten Geheimnisse liegen, die in schöner Ordnung unter sich verbunden
einander folgen, und sich beziehen auf den äußeren und den inneren Menschen,
auf die mehrfachen Zustände der Kirche, auf den Himmel selbst, und im Innersten
auf den Herrn. Der vierte ist der der Psalmen Davids, der
die Mitte hält zwischen dem prophetischen und der Sprache des gemeinen Lebens;
es wird hier unter der Person Davids als König im inneren Sinne vom Herrn
gehandelt. <HG 66> Bücher,
die zum Wort gehören Bücher,
die den inneren Sinn nicht haben, gehören nicht zum
Wort. Bücher des Wortes sind: Im Alten Testament die 5 Bücher Mose, das Buch
Josua, das Buch der Richter, die zwei Bücher Samuels, die zwei Bücher der
Könige, die Psalmen Davids; die Propheten Jesajas, Jeremias, Klagelieder,
Hesekiel, Daniel, Hosea Joel, Amos, Obadja, Jonas, Micha, Nahum, Habakuk,
Zephanja, Haggai, Sacharias und Maleachi. Im Neuen Testament die Evangelisten
Matthäus, Markus, Lukas und Johannes und die Apokalypse (Johannes Offenbarung).
<HG 10325> Der
Charakter der Schriften der Apostel
Was die Schriften des Apostel Paulus und der übrigen
Apostel betrifft, so habe ich (E. Swedenborg) sie nicht aufgeführt, da sie bloß
Lehrschriften und nicht in der Schreibart des Wortes geschrieben sind wie die
Schriften der Propheten, des David, der Evangelisten, und die Offenbarung des
Johannes. Die Schreibart des Wortes besteht durchaus in Entsprechungen,
und bewirkt dadurch eine unmittelbare Gemeinschaft mit dem Himmel; aber die
Schreibart dieser Lehrschriften ist ganz verschieden, da sie zwar in
Gemeinschaft mit dem Himmel steht, aber nur in mittelbarer oder indirekter
Weise. Der Grund, warum die Apostel in diesem Stil
schrieben war, daß die neue christliche Kirche damals ihren Anfang durch sie
nehmen sollte; und somit die Schreibart, die im Worte gebraucht ist, nicht
geeignet gewesen wäre für solche XVI
Lehrpunkte, die eine deutliche und einfache, der
Fassungskraft aller Leser angemessene Sprache erforderten. Nicht desto weniger
sind die Schriften der Apostel sehr gute Bücher für die Kirche, da sie auf der
Lehre von der Liebe und dem daraus hervorgehenden Glauben ebenso strenge
bestehen, wie der Herr selbst in den Evangelien und in der Offenbarung des
Johannes getan, wie jedem deutlich werden wird, der diese Schriften mit
Aufmerksamkeit liest. <Brief
an Dr. Beyer, Urkunden, LL S.119> Schlusswort
Der Herr: Weil von euch schon vor der babylonischen
Gefangenschaft die alte innere Entsprechungswissenschaft gänzlich gewichen ist,
denn diese Wissenschaft ist nur jenen Menschen zugänglich und eigen, die im
wahren Glauben und Vertrauen an den einen, wahren Gott niemals wankend und
schwach geworden sind, Ihn allzeit als den Vater über alles liebten und ihre
Nächsten wie sich selbst. Denn die besagte Wissenschaft ist ja die innere
Schrift und Sprache der Seele und des Geistes in der Seele. Wer diese Sprache
verloren hat, der versteht die Schrift unmöglich, und ihre Sprache kommt ihm in
seinem toten Weltlichte wie eine Torheit vor; denn die Lebensverhältnisse des
Geistes und der Seele sind ganz anderer Art als die des Leibes. So ist denn auch des Hören, Sehen, Fühlen, Denken,
Reden und die Schrift des Geistes anders beschaffen als hier unter den Menschen
in der Naturwelt, und darum kann das, was ein Geist tut und spricht, nur auf
dem Wege der alten Entsprechungswissenschaft dem Naturmenschen begreiflich
gemacht werden. Haben die Menschen diese Wissenschaft durch ihre
eigene Schuld verloren, so haben sie sich selbst außer Verkehr mit den Geistern
aller Regionen und aller Himmel gestellt und können darum das Geistige in der
Schrift nicht mehr fassen und begreifen. Sie lesen die geschriebenen Worte nach
dem blind eingelernten Laute des toten Buchstabens und können nicht einmal das
begreifen und dessen innewerden, daß der Buchstabe tot ist und niemanden
beleben kann, sondern daß nur der innerlich verborgene Sinn es ist, der als
selbst Leben alles lebendig macht. Wenn ihr nun das begreifet, so trachtet dann auch
vor allem, daß das Reich Gottes in euch lebendig und vollauf tätig werde, so
werdet ihr auch wieder in die besagte Wissenschaft der Entsprechungen zwischen
Materie und Geist gelangen, ohne die ihr weder Moses, noch irgendeinen Propheten
je in der Tiefe der lebendigen Wahrheit verstehen könnet und dadurch in euch
selbst bemüßigt seid, in Unglauben, allerlei Zweifel und Sünden zu verfallen!
Denn so ein Blinder auf einer Straße, auf der eine Menge Steine liegen,
wandelt, wird er es wohl verhüten können, daß er beim Gehen an einen und den
anderen Stein stößt und dabei gar oft fällt?! Und kommt auf des Weges Strecke
irgendein Abgrund, wie wird er sich schützen, daß er nicht mit dem nächsten
Tritte in denselben stürzt und darin den unvermeidlichen Tod findet?! XVII
Darum trachtet vor allem, daß ihr im Geiste ehest
wiedergeboren und sehend werdet, sonst werdet ihr tausend Gefahren, die auf
euch lauern und euch zu verschlingen drohen, nicht entgehen! <JE IX,93/2-7> Quellenangabe und Abkürzungen Jakob Lorber Johannes Evangelium I-XI JE
I - XI Geistige
Sonne I, II GS I, II Emanuel Swedenborg Himmlische Geheimnisse HG Wahre christliche Religion
WCR Enthüllte Offenbarung EHO Die vier Hauptlehren: Die Lehre von der Hl.
Schrift 4HL/LS Leben und Lehre LL
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