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Im Namen und Auftrag des Herrn (Empfangen durch den Herrn durch Antonie
Grossheim, aus Graz. Am 11. Oktober 1863)
Einleitung. So schreibe. Du sollst ein Buch schreiben, zum Zeugnis, dass es Mir
gleich ist, welches Werkzeug Ich wähle, oder wen Ich zum Träger meines Wortes
aussuche; denn nicht die Großen und Gelehrten werden es erfahren, was es heißt
„ein (Auf mein Zweifeln, ob wohl das, was ich
schreibe, von dem Herrn selbst mir diktiert werde und nicht vielleicht
unbewusst mein eigenes Produkt sei, erhielt ich sogleich folgende Antwort:) Ich will dir, du ungläubige Seele, beweisen, dass Ich es bin, der Herr
Himmels und der Erde, welcher durch deine irdische Hand schreibt. Ja Ich
schreibe Selbst; wisse demnach, sofern du wagst zu zweifeln, so werde Ich dir
Meine Gnade entziehen, und dich versinken lassen in Nacht und Grauen. Ich will,
dass du aus dir selbst die Liebe und das Vertrauen haben sollst, und nun glaube
und vertraue! Schreibe! Ich dein Gott und Vater von Ewigkeit gebiete dir, du sollst
von heute angefangen alle Tage Abends eine Stunde Mir überlassen, wo Ich dir in
die Feder sagen werde, was Ich der Welt verkündet wissen will. – Sei nicht
furchtsam, Ich Selbst bin ja bei dir, die achte Stunde Abends. Schreibe oben
darüber die Worte:
Des Herrn Eröffnungen an die Menschen, Seine Kinder. (Empfangen durch den Herrn durch Antonie Grossheim, aus Graz. Am 11. Oktober 1863) 1. So schreibe denn: Ihr, Meine Kinder, die ihr durch die Sünde gebunden
seid, und im Schlafe eures Welttums darin träumet, vernehmet Meine Worte,
welche Ich als der alleinige Herr der ganzen Unendlichkeit durch den Mund einer
Mir dazu erwählten Magd euch kund tue. – Also höret: „Die Zeichen der
Vorhersagung der Propheten im alten Bunde ist mit Meiner einstigen
Darniederkunft auf eurer Erde erfüllet worden, sowie Alles was die Seher von
Mir vorausgesagt haben; und jetzt ist abermals die Zeit herbeigekommen, welche
Ich bei Meinen irdischen Leibeslebzeiten vorausgesagt habe, wo Ich sprach: Es
wird eine Zeit auf Erden erscheinen, wo, wenn es von Mir zugelassen wäre,
selbst Meine Auserwählten von Mir abfallen würden. Doch dafür ist gesorgt; ihr
Übrigen aber, denen Alles eher am Herzen liegt, als eure ewige Bestimmung zu
erforschen, und die Mittel euch eigen zu machen, dieselbe zu erreichen, euch
lege Ich als euer Vater und einstiger Richter ans Herz: Lasset die Welt und
ihre vergänglichen Freuden, und kehret euch zu Mir in Wort und Tat, dieweil es
noch Zeit ist; denn nicht lange mehr, so ist Meine Geduld erschöpft, und ihr
verfallet dem Gerichte Meines Zornes. Ihr wisset ja doch aus der Schrift, dass
es schrecklich ist, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen. Auch sage Ich
euch: „Wahrlich, wahrlich, Himmel und Erde werden vergehen, Meine Worte aber
nicht. – „Gedulde dich, Ich werde dir heute nichts mehr sagen, sondern morgen
weiter. Schreibe. Ich der Herr der Unendlichkeit sage dir dieses Selbst in die
Feder, und du brauchst keine Furcht zu haben, dass etwa dein Schreiben wegen
Echtheit in Zweifel gezogen werde; denn Ich werde demjenigen, welcher guten
Herzens ist, schon das Verständnis dafür ins Herz legen; schreibe nur – Ich bin
derselbe Herr und Meister, und derselbe liebevolle Vater, Der seine Kinder
überall und allweg zu finden und zu beglücken weiß; wenn auch manche Trübsal
mit Mir zugleich ankommt; und Meine Kinder traurig und verzagt machen will, so
hat das nichts auf sich, sie sollten in der Zeit der so notwendigen Prüfung nur
recht eifrig ihre Herzen zu Mir wenden, und Ich werde Sie wieder stärken und
trösten; denn jetzt ist die Zeit der Sichtung, wo die Kinder des Lichts von den
Kindern der Finsternis geschieden werden, und ohne Kampf geht das nicht; also
verzaget nicht, und werdet nicht mutlos in den Tagen des Gerichts, Ich euer
barmherziger Vater werde euch nicht vergessen, und euch behüten und beschirmen,
wie die Henne ihre Kücklein. Auch du Meine Schreiberin sei nicht so
kleingläubig, Ich werde dich nicht zu Grunde gehen lassen. Amen, euer Vater
Jesus Jehova Zebaoth. – Schreibe! Ich der Herr Jesus Jehova Zebaoth Selbst diktiere dir
folgende Worte: „Ihr alle Meine Kinder seid getrost, wenn auch die Prüfungen
eures Lebens viele und schwer sind, so sorget euch nicht, dass ihr deshalb
vergessen seid von Meiner Gnade; doch muss Ich euch wohl ermahnen – mehr Eifer
in eurem Tun des Guten und Lassen des Bösen zu haben; denn die Zeit ist da, wo
Ich, der Herr, eifrige Arbeiter in Meinem Weinberg gebrauche; denn der Feind der
Freiheit des Geistes hebt sein Haupt allgewaltig empor, und sucht selbst Meine
Kinder von Mir abwendig zu machen; deshalb seid wachsam, betet und arbeitet,
seid friedfertig untereinander, und liebet euch als Brüder und Schwestern, auf
dass der Feind keine Seele gefangen nehmen kann; vertrauet in allen
Vorkommnissen auf euren allzeit gütigen Vater, Welcher euch erwählt zu Seinen
Sendboten; denn die Zeit der Ernte nahet heran, die Garben werden allmählig
reif, und Meine Engel sind beauftragt, die Spreu vom Weizen zu sondern. Dies
sei euch ein Mahnruf zur getreuen Ausharrung in eurem Werke, von eurem Herrn
und Vater Jesus. Amen. 2. Ich der Herr sage euch, als Ich in Meinem irdischen Leibe unter euch
Menschenkindern auf Erden gewandelt, habe Ich Sünder und Zöllner, welche damals
als das verachteteste Volk angesehen wurden, um Mich versammelt, und deshalb
war Ich bei den Großen und Vornehmen verachtet und verhasst, so dass Ich
allerorts als ein schlauer Volksbetrüger und selbst heimlicher Sünder
verschrieen war; doch Ich kam nicht der Gerechten wegen zur Erde nieder,
sondern der Kranken im Geist und der Sünder wegen, für welche ich Mein Leben
und Blut hingab. Zur Zeit meiner Kreuzigung aber umstanden Mich Meine Mir noch treu
gebliebenen Freunde, sowie eine große Menge schadenfrohes Volk, welches mit
Hohnlachen schrie: Früher hat Er Andern geholfen, jetzt kann Er Sich selbst
nicht helfen; welches die Feinde um so mehr in ihrem Glauben bestärkte, dass
Ich nicht Gott, wohl aber ein von Gott verlassener großer Verbrecher sei. Auch
habe Ich in Meinen Ängsten am Kreuze in Meinem irdischen Fleische sieben Worte
zu den Umstehenden in althebräischer Zunge gesprochen, wovon bis auf den
heutigen Tag noch keine wahre Auslegung existiert; daher Ich Mich in Meiner
Gnade bewogen gefunden habe, selbige nochmals, und zwar mit genauer Auslegung,
was dieselben für die zukünftigen (d.h. die jetzigen) Zeiten zu bedeuten haben,
zu wiederholen, und so (deren Sinn) den Menschen, die eines guten Willens sind,
zu offenbaren. 3. Als Ich nach langen Leiden und
Peinen, welche Ich durch die
Ruchlosigkeit der Schergen erdulden musste, so weit gekommen war, dass die
Hohenpriester sahen, dass es mit Mir zu Ende gehen könnte, bevor sie ihre Rache
und Bosheit an Mir gekühlt hätten, so trachteten dieselben das Todesurteil von
dem obersten römischen Gerichtshofe zu erlangen, um doch die Freude zu erleben,
Mich qualvoll sterben zu sehen. Als demnach die Todesbotschaft, wonach ich
sollte gekreuzigt werden, ankam, frohlockten Meine Feinde überlaut und
trachteten, dieselbe sogleich in Vollzug zu setzen. *) *) Man sehe Näheres in Katharina Emerich “das
bittere Leiden Christi“ (stark römisch gefärbt.) – meist auch bei uns
vorrätig.) D.Hsg. 4. Als endlich Meine Hinrichtung erfolgte, da kamen Meine Freunde, welche
heimlich sich unter dem Volke verborgen gehalten, zum Kreuze, um Mich zu
trösten und zu stärken; allein die böse Rotte wollte dieselben zurücktreiben,
und nur durch die Vermittelung des Pilatus was es Meiner Mutter, sowie Johannes,
Meinem Lieblingsjünger, nebst noch einigen Frauen möglich, bis zum Fuße des
Kreuzes zu gelangen, und so bei Meinem Leibestode gegenwärtig zu sein. 5. Nun, als die freche Rotte Mich Meiner Kleider beraubte, und so
entblößt; Mir Hände und Füße an das Holz band, und zum Überflusse dieselben
noch mit stumpfen Nägeln durchstach, so geschah es, dass Ich in Meinem
gequältem Fleische aufseufzte und sprach:“ Herr vergib Ihnen, sie wissen nicht,
was sie tun.“ Das nämlich war das erste bedeutungsvolle Wort, welches Ich in
Meinem Schmerz und in Voraussicht der künftigen Menschen und ihrer Sünden
gesprochen. 6. Als Ich am Kreuze aufgerichtet wurde, da sah Mein Leib, von Blut und
Staub bedeckt, so erbarmungswürdig aus, das selbst den umstehenden Feinden das Herz
mitleidig bewegt wurde; Ich aber sah, dass es nur vorübergehend war und ihre
Erbarmnis nicht Mir, sondern nur ihren Schönheitsgefühle galt. Deshalb sprach
Ich: „Mich dürstet!“ Allein die Schergen verstanden nicht, was Ich mit diesen
Worten meinte, dass Mich um das Heil so vieler Seelen, welche Ich in ihrem
Wahne zu Grunde gehen sah, dürstete, - so gaben sie Mir , um Mich noch mehr zu
quälen, Galle mit Essig vermengt zum Trinken, welches Ich aber verschmähte.
(Siehe auch in Nr. 4, kap. 306) 7. Alsbald begann die ganze Natur zu beben und die Elemente aus ihrer
Ordnung zu treten, die Sonne als Vorbild des ewigen Lichts verlor ihren Glanz,
als Zeichen, dass die Menschen in ihrer geistigen Blindheit nicht sahen, dass
sich die Gottheit unter der sterblichen Hülle Meines Leibes zurückdrängte und
den Leib dem materiellen Tode übergab ; deshalb sprach Ich die Worte: „Mein
Gott, Mein Gott, warum hast Du Mich verlassen!“ Nicht ein anderer Gott außer
Mit war es, zu dem Ich rief, sondern die Gottheit in Mir, Gottes-Geist und
Urkraft in ihrem Vollmaße; allein die Leibeshülle war aus Erdenstoff, gleich
wie bei den Menschenkindern genommen, und diese musste auch in Mir untertänig
sein, deshalb suchte die Materie in ihrer Verlassenheit Hilfe, zum Vorbilde,
dass jeder Erdenmensch Hilfe allein bei Gott suchen soll. 8. Die Zeit nahte heran, wo Ich immer schwächer Mich fühlend, die Seele
Meinem himmlischen Vater überantwortend, zum Himmel blickend sprach: „Eli!
Eli!“ (Eli, Eli, sa mi sabach tani – Der Sohn der Söhne ist für Mich und für
Gott dahin gegeben. ) Da sah Ich unter dem Kreuze Meine Mir so liebe und treue
Mutter Maria nebst Meinem Jünger Johannes ( welcher zugleich mein
Geheimschreiber gewesen), zum Tode getrübt stehen, und sprach Ich da zu Beiden
die bedeutungsvollen Worte: „Maria, siehe deinen Sohn“ und zu Johannes „siehe
deine Mutter“. Mit diesen Worten gleichsam andeutend, dass Ich die Weltkinder
dem Gottesgeiste übergeben habe, demnach Mein geistiges Testament machte, und
Maria zur Mutter der schwachen und kranken Seelen im Fleische. 9. Als es nach jüdischer Zeitrechnung drei Uhr geworden, so war die Zeit
meines Leibestodes heran gekommen, und Ich erzitterte in Meinem Gebein im
Todesschauer. In solchem Augenblick sah Ich Mir den mit zugleich an das Kreuz gebundenen
Verbrecher Dismas, welcher seine Augen in Sehnsucht nach mir wandte, in Gnaden
an, und versprach ihm, dass er heute noch bei Mir im Paradiese sein werde,
welches nach Meiner Auffahrt bis auf den heutigen Tag zu vielen Auslegungen
Anlass gab; die allein wahre und einzige aber ist diese: Dass jede
Menschenseele nach ihrem Leibestode in einen niederen oder höheren Grad je nach
ihrer Vollkommenheit gelangt, und selbst Seelen, welche alles Irdische schon
diesseits abgebüßt haben, zuerst nur in das Paradies oder in den niedern Grad
der Seligkeit gelangen können; denn keine Seele, bevor dieselbe nicht ganz
geläutert und gereinigt ist, kann in den Liebehimmel oder gar zur höheren
Seligkeit eingehen; und ebenso hat Dismas durch die Liebe und das Vertrauen zu
mir den ersten Grad erreicht, und so war es möglich, ihm das Paradies zu
verheißen. 10. Ich war schon in den Todeszügen, als Ich die Worte sprach: „Vater, in
Deine Hände empfehle ich meinen Geist!“ Dieses ist ebenfalls ein sehr
bedeutendes Wort für die Menschen; denn weshalb sollte Ich, Gott selbst, Meinen
Geist in die Hände eines Gottes außer Mir empfehlen, da würden ja zwei Götter
in die Erscheinung treten (oder wie später – drei! ) Allein dem ist nicht so, und
soll sich daher Niemand irre führen lassen durch diesen Ausspruch; denn
Jedermann verstehe damit, dass nur die äußerste Umhüllung Meines inneren
Gottesgeistes diese Worte sprach, und solche also nur in eben dem Sinne zu
verstehen sind, so wie Ich bei Meinen Leibes-Lebzeiten von Mir sagte: Ich, des
Menschen Sohn, sage euch dieses oder jenes Gleichnis, ebenso sprach die
Lebenskraft oder seelische Potenz meines irdischen Leibes die Worte: „Vater, in
Deine Hände empfehle Ich Meinen Geist.“ 11. Sobald als sich die Seele drängte, den Leib zu verlassen, so wurde Ich
immer schwächer, und das umstehende Volk frohlockte und spottete Meiner. Doch
Ich musste den Kelch bis zur Neige leeren, und deshalb sah Ich voraus, dass die
tobende Menge ungerührt von Meinem Schmerz und Todeskampf bleiben werden, und
so denn, als schon der letzte Augenblick Meines irdischen Lebens gekommen war,
sprach Ich das letzte auf Erden: O Menschen! Wenn ihr im Stande wäret, dieses einzige Wort nur so recht
vom Grunde aus zu verstehen, was es heißt, dass Gottes Sohn das große Werk der
Erlösung des ganzen Menschengeschlechtes vollbrachte, so würde keine Seele zu
Grunde gehen; doch die Sünde ist durch Adam in die Welt gekommen, und deshalb
wird, so lange noch eine gefestete Materie den Weg des Fleisches durchs
irdische Leben gehen muss, die Sünde und der materielle Tod der Anteil der
Menschenkinder sein, und wurde darum durch Gottes Sohn und sein Mittleramt nur
die Kraft des Bösen und der Satan in der Materie gebrochen. ( Siehe in Nr. 4
Abschnitt 30 b) 12. Auf dieses Mein letztes Wort verschied Ich, oder vielmehr Meine Seele
oder Lebenspotenz trat aus der Materie, und vereinte sich mit Meinem Urgeiste,
welcher Gottesgeist war; und Ich stieg hinab in den Ort, wo die Seelen der
Urväter der Stunde der Erlösung harrten; denn kein Geschöpf konnte, bevor die
Gerechtigkeit Gottes durch das große Liebeswerk der Erlösung versöhnt war, in
den Frieden des Himmels eingehen. Ich machte also wieder frei die Bahn, welche
ursprünglich allen Wesen frei gegeben war, und einst schon durch den Abfall der
Engel abgebrochen wurde. Adam sollte diesen Pfad wieder errichten und die in Erstarrung
getretene Materie, welche alles geistige Leben umhüllte, zu ihrem Ursprunge
zurückführen, wozu ihm der Wille frei gegeben wurde; aber er verlor die
Freiheit wieder durch die Sünde des Ungehorsams gegen Gott, und verfiel nebst
allen Nachkommen immer tiefer in das Gericht des Todes, wovon ewig keine
Erlösung zu erhoffen war. Da trat die unendliche Erbarmung und Liebe des
Urewigen ins Mittel, und Er schied sie als „Gottessohn“ für eine Zeit, um im
Erdstoff (als Menschensohn) umhüllt, Seine Geschöpfe frei zu machen, und sie
zurückzuführen zu ihrer ersten und einstigen Bestimmung. 13. Als ich die vorgeschriebene Zeit nach jüdischem Gesetz am Kreuze
gehangen, so kam die Zeit heran, dass die Leiber der drei Verbrecher, unter
welche Ich mitgezählt war, abgenommen werden sollten; denn es war die Zeit der
Rüsttage, während der Niemand auf der Richtstätte bleiben durfte. Da kamen
Meine Freunde, welche zumeist Römer und Griechen waren, auch einige Juden gab’s
unter denselben, als heimliche Anhänger Meiner Lehre, und wollten Mir den
letzten Liebesdienst auf Erden erweisen. Sie hatten nämlich Meinen Leichnam vom
obersten Statthalter erkauft, um denselben in ein Grab legen zu können, und so
wurde Ich von Meinem wenigen Mir noch treu gebliebenen Freunden unter Spott und
Hohn des Judenvolkes vom Kreuze genommen, und Meine zum Tode betrübte Mutter
Maria sank zu Mir auf die Erde nieder und nahm Mein Haupt auf ihren Schoß unter
tiefem Wehklagen und unzähligen Tränen, als sie ihr Kind entstellt, blutend und
Tod in ihrem Schoße liegen sah. – 14. Du fragst Mich, wie es mit der Seitenwunde aussieht, welche Ich
vergessen haben müsste, da ich davon keine Erwähnung gemacht hätte; doch sorge
dich darum nicht, denn diese Wunde ist Mir erst als Ich irdisch verschieden
war, beigebracht worden, und war nur die willkürliche Handlung eines
barmherzigen Soldaten, welcher der Meinung war, dass Ich vielleicht nur in
Todesohnmacht wäre und dadurch von Meinem grausamen Leiden früher erlöst würde,
deshalb ihm auch die Gnade zu Teil wurde, dass in eben demselben Augenblick,
als sein Speer Mein Herz durchstach, sein Herz von namenlosem Schmerz durchzuckt
wurde, und er erkannte, Wessen Herz er da durchstochen hat. 15. Nun wurde Ich (d.h. M. Hülle) zu Grabe getragen, welches eine ziemliche
Strecke außer der Stadt Jerusalem gelegen und dem Hohepriester Nikodemus
gehörte. Als Mein Leib mit Spezereien nach morgenländischer Sitte wohl versehen und in weiße Linnen gehüllt in
die Gruft versenkt wurde, umstanden Mich weinend und klagend Meine Freunde.
Welch ein Schmerz die treuen Seelen durchzog, als sie Mich ihrer Meinung nach
zum letzten Male auf dieser Erde zu
sehen wähnten, und von Mir den traurigsten Abschied nahmen, davon ist in Meiner
Leidensgeschichte bereits Erwähnung geschehen. Hier in diesem Werkchen soll
bloß von Meinem Tode und von den nun bald in Erfüllung gehenden Vorhersagungen,
welche durch die sieben Worte, die Ich für die blinde Volksmenge unverständlich
gesprochen, angedeutet, vorherbestimmend die Rede sein wird. Denn nun ist die Zeit herangekommen, in der Ich die Worte zur Tat
machen werde; und durch das erste Wort, das Ich gesprochen, wollte Ich
anzeigen, dass Ich die Menschen in ferneren Zeiten, welche die Jetztzeit ist,
ihres Übermutes und ihrer Sittenlosigkeit wegen, der Gnade der Gottheit in Mir
übergab; denn die Menschen werden das Maß ihrer Sünden voll machen, und so die Strafe
sich selbst durch Glauben- und Lieblosigkeit zuziehen, und so ohne Aufenthalt
ihrem Verderben entgegeneilen. 16. Als ich durch fast zwei Tage im Grabe gelegen hatte, so war, um die
Schrift zu erfüllen, die Zeit meiner Verklärung oder Auferstehung gekommen, und
es war daher des dritten Tages Morgen angebrochen, als Ich Mich von den Banden
des Todes frei und ungehemmt und die Seele mit dem vergeistigten Leibe vereint,
zu Meinem himmlischen Vater oder Urgeist erhob, und daher glorreich als
Überwinder des Todes und Satans in der Materie auferstand. – Es waren die
ersten Stunden des Morgens, als Ich der Maria von Magdalon im Garten erschien,
welche Mich in tiefem Schmerz im Grabe besuchen wollte, und – als sie Mich
erblickte, vor Freuden außer sich in Liebestränen aufgelöst zu meine Füßen
sank, und kaum zur Ruhe gebracht werden konnte. O wie Segenbringend ist eine
solche Liebe! – Ich erschien an diesem Tage auch noch einigen Meiner Jünger, eben so
auch Meiner Mutter Maria. Da war endlich die Zeit heran gekommen, wo Ich nach
Erfüllung Meines Mir vom himmlischen Vater auferlegten Opfertodes noch Zeit und
Muße hatte, mit Meinen Freunden zu verkehren, und ihnen den Wert und die
Bedeutung Meines so schmerzlichen Leidens und Todes zu erklären; und es ist bis
zur Stunde noch nirgends in der Welt verzeichnet vorgefunden worden, was Ich
während der Zeit bis zu Meiner Auffahrt alles mit Meinen Jüngern geredet habe,
da nur Einiges; beziehungsweise in den Briefen Pauli an die Epheser vorkommt,
was mit Meinen Lehren während Meines noch irdischen Aufenthaltes fast
gleichbedeutend ist. ( Siehe im
Passionsgärtlein Nr. 32, Seite 12. D. Hsg.) Im Eingange dieser Schrift habe Ich die Andeutung gegeben, dass Ich die
Zeit der Heimsuchung, oder die sieben Worte Bedeutungsweise vorhergesagt habe,
und Ich dieselben jetzt den noch nicht ganz im Sündenschlafe verfallenen
Menschen zum Nutzen erklären will, um der Welt zu zeigen, dass Gott nicht den
Tod des Sünders will, sondern dass er sich bekehre und lebe. 17. Sobald Ich sah, dass meine Jünger Mich erkannten und mir wieder wie
früher anhingen, so versammelte Ich sie in eine von der Stadt abgelegene
Herberge, und besprach Mich mit ihnen von Meinem Tode, von Meiner Auferstehung,
sowie auch von Meinem baldigen Hinübertritt oder von der Auffahrt zum Vater,
welches Meine Freunde sehr betrübte, als sie hörten, dass Ich sie auf immer
verlassen werde. Doch Ich vertröstete sie, und versprach ihnen einen Tröster zu
senden, welcher sie stärken und in alle Wahrheit leiten werde. Mit diesem
Troste gaben sich endlich Meine Freunde zufrieden. Darauf aber machte Ich
Meinem Liebling, den Johannes, noch bekannt in allen Ereignissen, welche die
fernen Völker in dem Laufe der Zeiten treffen werden, auch sagte Ich ihm, er
solle alles aufzeichnen, was Ich ihm in Betreff der Zukunft bekannt machen
werde, welches auch geschah; allein durch spätere Kriege und Eroberungen der
Völker gingen alle diese Schriften verloren. Und so höre und schreibe du
nochmals, was ich dir hierüber kund zu machen für gut finde: - 18. Es ist zwar von Gott jedem Menschen der freie Wille gegeben, Gutes oder
Böses zu tun, und sich die Seligkeit oder aber die Verdammnis zu erwerben;
allein Gott ist allwissend, und übersieht die Zeitläufe von Äonen von Jahren
wie den Zeitraum einer Sekunde. Deshalb sah die Gottheit schon im Anfange beim
Falle des ersten Menschenpaares, welches Unheil die Sünde nach sich ziehen
wird, und was für die fernen Abkömmlinge im Laufe der Zeiten für Kriege,
Krankheiten und unzählige andere üble Folgen daraus entstehen werden, und so
blieb denn, um die Menschenkinder doch wenigstens vom ewigen Tode zu erlösen,
der erbarmenden Liebe der Gottheit nichts anderes übrig, als durch die
Menschwerdung des ewigen Wortes und – des Menschgewordenen Tod; die Bande des
ewigen Todes zu lösen. Es sind jedoch die zeitlichen Übel dadurch nicht
aufgehoben worden; denn die Sünde zieht die Strafe unvermeidlich nach sich, und
Oh, in welchem Meere von Sünden und Lastern sind die Menschen versunken! –
Zur Zeit, als Ich der Erlöser, für das Menschengeschlecht blutend und sterbend
am Kreuze hing, da sah Ich die ganze Größe ihrer Schuld und deren Folgen, und
deshalb sprach Ich denn auch die bedeutungsvollen sieben Worte, die nicht in
ihrer Bedeutung verstanden wurden, und die Ich darum nach Meinem Tode dem
Johannes erklärte, und jetzt den Menschen nochmals zu ihrem Heile erklären
werde. 19. Das erste Wort welches Ich da gesprochen, war also Dir bekannt: „Herr vergib ihnen,
sie wissen nicht, was sie tun!“ Dieses Wort hat nicht so sehr die blinden Juden
angegangen, als vielmehr diejenigen Nachkommen, welche Meine Lehre angenommen,
Meinen Namen tragen und in der späteren Zeit Mir Tempel bauen werden. Diese
Menschen haben sich trotz Meiner Lehre, dass Mein Reich nicht von dieser Welt
sei, so in die irdische Materie hinein gelebt, dass Mein einst an denjenigen
reichen Sohn des Pharisäers, welcher Mich fragte, ob er auch das Himmelreich
gewinnen könne, getaner Ausspruch: „Wahrlich, wahrlich, Ich sage dir, eher geht
ein Kamel durch ein Nadelöhr, als ein solcher Reicher in das Himmelreich“ seine
Anwendung findet. Meine Lehre spricht von Demut, Sanftmut, Duldsamkeit der
Schwächen seines Nächsten, und o, wie wenig wird diese Lehre befolgt! Gerade
die Meinen Namen tragenden, Meine sein sollenden Jünger sind des Hasses voll
gegen ihre in menschlichen Schwächen verfallenen Brüder. Ich betete doch, dass
alle Menschen als Brüder und Schwestern unter einander sich gleich guten
Brüdern beistehen möchten, aber wie wenig wird dem Folge geleistet; Mord Raub,
Zank und Todschlag aus Nichtbeachtung Meiner Lehre aus den Himmeln ist nur
zumeist offenbar, und wird in zivilisatorischer eigen – und herrschwilligster
Folgewidrigkeit selbst den Bessern schon mehr oder minder verderblich. 20. Das zweite Wort, welches Ich gesprochen, lautete: „Mich dürstet!“ O- wohl dürstete
dort und dürstet es Mich noch immer -
um das Heil so vieler in ihrem Wahne zu Grunde gehender Seelen, welche nur in
ihren Weltgelüsten ihr Heil suchen, und sich weder um Gott noch um eine
Ewigkeit bekümmern. Doch wehe! Wehe solchen Weltlingen! Es wird ein furchtbares
Gericht über sie hereinbrechen, indem das Maß ihrer Sünden übervoll, und ihnen
nur noch eine kurze Frist gestellt ist; wenn aber auch diese verflossen, so
werden sie hinweggestrichen aus dem Buche der Lebendigen. – Du fragst Mich in
deinen Gedanken, wie es denn kommt, dass Ich immer drohe, und doch keine feste
Zeit Meiner Züchtigung bestimme, so sage Ich dir und allen, welche Ohren haben
zu hören: Eben, weil Ich als euer Vater und ewiger Richter jeder Seele
hinlänglich Zeit und Gelegenheit biete, sich ihr ewiges Heil zu erwerben, und
dann keine Seele am Tage des Gerichts zu entschuldigen und auszureden im Stande
ist, als ob selbige verkürzt worden wäre. 21. Nun weiter!
Mein drittes Wort war: „Mein Gott, Mein Gott, warum
hast Du Mich verlassen!“ Das haben selbst Meine Freunde für menschliche
Schwäche genommen, und kamen dabei Zweifel,
wie es denn komme, dass Ich früher Mich für Gott ausgegeben hätte, und
jetzt in Meinen Todesängsten zu Gott rief, im Wahne, Er habe Mich verlassen. –
O ihr kurzsichtigen Sterblichen, merkt ihr denn nicht, dass Gott nur der Geist
in Mir war, und die Hülle oder das Fleisch aus schwacher Materie gleich euren
Leibern ebenso dem Schmerz und der Pein untertan sein musste; denn welches
Verdienst wäre es wohl gewesen, wenn nicht Gott in dieser Hülle die große
Schuld der Menschen entsündigt hätte, und deshalb musste die Materie gehorsam
sein bis zum Tode am Kreuze. – Ebenso werden alle Jene am großen Gerichtstage
sagen, welche sich im Leben nie oder sehr wenig um Mich und Mein Wort bekümmert
haben. Allein, wenn die Zeit der Gnade vorüber ist, so hilft kein noch so
lauter Ruf um Gnade und Barmherzigkeit; denn schau um dich, und du wirst
finden, wie die Welt vorwärts schreitet auf der Bahn der weltlichen
Wissenschaften, wie auch von allerlei Künsten und neuen Entdeckungen. Die
Menschen erforschen die geheimsten Kräfte der Natur, und Ich lasse es zu, dass
alle Meine Werke ihnen untertan sind, da Ich ja alles herrlich und zum Nutzen
Meiner Kinder erschaffen habe; allein zu welchem Zweck werden all’ ihre
Wissenschaften verwendet!? Nur, um sich zu bereichern mit weltlichen Schätzen,
oder um ihrer Hoffart und ihrem Übermute zu frönen, und dabei ganz vergessend
ihrer armen Brüder, die immer tiefer in allerlei Not und Elend versinken, und
in ihrem Jammer um Hilfe und Erbarmung zu Mir rufen. Wie, sollte Ich nicht
Meiner armen Kinder Mich erbarmen! Und sie erretten aus ihrem schweren Joche
der Sklaverei geistig und leiblich! – 22. Den Ausspruch Meines
vierten Wortes, lautet: „Maria, siehe
deinen Sohn, und du Sohn, siehe deine Mutter“ – tat Ich nicht so sehr Meiner
Mutter wegen, indem Ich ja wusste, dass Meine Jünger Meine Leibes-Mutter nicht
verlassen würden, sondern um dadurch gleichsam anzuzeigen, welche Liebe Ich für
Meine Kinder im Herzen trug, Ich wollte sie also der erbarmenden Liebe Gottes,
welche durch die Mutterliebe entsprechend angedeutet wird, anempfehlen, - und
unter dem Sohne wurden gleichfalls alle Menschenkinder verstanden, welche sich
durch die genaue Befolgung Meiner Lehre dieser Liebe wert machen können.
Allein, wo ist unter den Menschen die genaue Befolgung Meiner so einfachen und
für das Wohl der Seele so nutzbringenden Lehre! Wenige unter allen Meinen
Kindern befolgen noch halbwegs Meinen Willen; die Übrigen sind entweder vom
Eigendünkel zu umstrickt, oder von zu vielen Weltsorgen umgeben, um sich viel
um Mein Wort zu kümmern. Deshalb hat sich meine göttliche Lehre fast nur mehr
zu einer Scheinlehre, oder zu einem hergebrachten Gebrauche gestaltet, und
dadurch die Sünde die Oberhand über die Menschen gewonnen. Es ist daher die höchste Zeit, Meine Kinder wieder mit allem Ernst auf
den rechten Weg, welchen sie leider schon lange verlassen haben,
zurückzuführen; allein das geht leider nicht mehr mit gelinden Mitteln, sondern
nur mit aller Strenge des Gerichtes; denn auch das Sprichwort sagt: Wer nicht
hört, der muss fühlen! – Und so muss, um die Völker nicht ganz in ihrer
maßlosen Verblendung in den ewigen Tod versinken zu lassen, eine ernstliche
Züchtigung über dieselben hereinbrechen. – Ich warnte und warnte immer jeden Menschen im Einzelnen, sowie ganze
Völker im Allgemeinen durch Zuschickung von Krankheiten, Misslingen ihrer
weltlichen Spekulationen, durch Kriege, Teuerung von Lebensmitteln u.d.m. Ich
ließ es zu, dass die Menschen durch ihren Eigensinn sich selbst oft den größten
Schaden gegenseitig zufügen, und dennoch ist das alles umsonst! Die Menschen
werden die Ursache aller dieser Übelstände überall woanders suchen; als bei
sich, und in ihrer Sündhaftigkeit Mir, als ihrem gütigen und langmütigem Gott
die Schuld beimessen. O du verblendetes Menschengeschlecht! Wie lange soll Ich deinem tollen
Treiben noch zusehen? Meinst du wohl in deinem verblendeten Wahne, du könntest
Mir, deinem Herrn und Gott, Trotz bieten? Doch wehe dir, du wirst in der Zeit
der Not deine Hände vergebens um Hilfe zu Mir empor heben! – Ist die Zeit der
Gnade vorüber, so werde Ich Mein Ohr deinem Geschrei verschließen, und taub
gegen deine Bitten sein; denn ihr wisset, dass es nicht genug ist, Herr! Herr!
Zu rufen, sondern allzeit gerecht auf Meinen euch vorgezeichneten Wegen zu
wandeln, wenn Ihr Meiner Gnade teilhaft werden wollet. – 23. Nun kommen wir zur Auslegung
des fünften Wortes, welches Ich am
Kreuze gesprochen, nämlich zu dem: „Heute noch wirst du bei Mir im Paradiese
sein.“ Ich sprach zwar diese Trostworte zu Dismas, welcher Mir zur rechten
Seite am Kreuze hing; es galten aber diese Worte nicht ihm allein, sondern
allen Menschen, welche Meine Lehre angenommen haben und darnach leben. –
Weshalb Ich aber nur das Paradies und nicht den Himmel versprochen, habe ich
schon im Anfange dieses Büchleins angedeutet. Es wird bald die Zeit herbeikommen, wo selbst Wenige nur das Paradies
sich erringen werden, indem es von Mir zugelassen wird, dass die Menschen
Alles, was in ihrem freien Willen liegt, unternehmen können, und selbst den
bösen Geistern, bevor die große Zeit Meines Gerichtes eintritt, Zeit gegeben
ist, sich zur Rückkehr zum Urlichte zu wenden; wobei denn aber auch Meinen
guten Engen der Auftrag gegeben wird, Meine Kinder zu beschützen, und sie zu
bewahren vor den Fallstricken des Satans. Deshalb stehet es auch geschrieben: „Es wird eine Zeit kommen, wo, wenn es zugelassen würde, selbst die
Frommen abfallen würde.“ – Was wird denn das für eine Zeit sein? Werdet ihr
fragen, und ich sage euch, es ist die Zeit des Hochmutes, der Hoffart, des
Geizes, der Unzucht und der Hurerei aller Art, welche alle Völker ergriffen
hat, und sie immer tiefer und tiefer in ihren Lasterpfuhl hinunterzieht, woraus
ohne Meine Hilfe ewig keine Rückkehr zu hoffen ist. – 24. Mit Meinem am Kreuze ausgesprochenen
sechsten Worte: „Vater! In
deine Hände empfehle ich Meinen Geist!“ wollte Ich gleichsam allen
Menschenkindern das schönste Beispiel geben, dass sich die Seele zu ihrem
Urquelle zurück zu begeben hat, und der Mensch sein Leben und Tun so einrichten sollte, damit er am Ende
seiner irdischen Laufbahn mit Freude und Frohlocken seine Seele seinem
himmlischen Vater übergeben könne. – 25. Nun, aber sprach Ich Mein letztes Wort: „Es ist vollbracht!“ – Ja wohl
war es vollbracht, dass große Werk der Erlösung; doch, was frommte er auch
Tausenden und Tausenden von Seelen, welche zwar ebenfalls durch Meinen Tod und
Mein Mittleramt von der Erbsünde erlöst wurden. Der Himmel war ihnen
erschlossen, allein durch ihre Sünden und ihnen unbußfertigen Lebenswandel
zogen sie sich wieder neuerdings die ewige Verdammnis zu. – Um aber nun zurückzukehren zu Meiner euch
Menschenkindern angedrohten Strafe eurer Sünden wegen, sage Ich euch nun noch
ein letztes Wort: - Tuet Buße! – Kehrt zu eurem Herrn und Gott in Wort und Tat
zurück! – Lasset ab von eurem Wucher! Und gedenket eurer armen Brüder, welche
umsonst euch um Barmherzigkeit anflehten, denket der Witwen und Waisen, und
sprechet Recht den Unmündigen! Denn es stehet geschrieben: „Mit dem Maße, als
ihr ausmesset, mit dem wird euch wieder eingemessen werden.“ Tuet auf eure Augen, und sehet allen Seiten fangen an; die Vorzeichen
des Gerichtes sich zu zeigen. Doch ihr seid blind und sehet nicht! Ihr seid
taub und höret nicht! Denn die Welt, der Teufel und das Fleisch haben euch
umgarnt, und euer hochmütiger Verstand spiegelt euch vor, des ihr klug und
weise seid; und bald auf dem Gipfel aller irdischen Weisheit euren Thron
errichten werdet. Doch wehe euch! Der Welthochmut muss zum Falle kommen; nehmet
euch zur Warnung vergangene Geschlechter. So lange sie Gott getreu blieben,
waren sie groß und mächtig, als solche aber anfingen auf sich allein zu bauen,
da ließ Gott die Völker sinken, und ganze Länderflecken wurden von der Erde
vertilgt. – Nun sind die sieben Worte auf’s Neue gesprochen, und auch ihre
Bedeutung euch kundgegeben, damit die Menschen, welche selbige vernehmen, sich
danach richten können. – Doch du fragst Mich hier in deinem Herzen: Herr, wie
Viele aber werden von diesem Worte nicht erfahren, wie – sollten wohl Diese
ohne alle Mahnung und Kenntnis von Deinen Worten zu Grunde gehen? So höre, was
Ich dir hierauf zur Antwort gebe: Kein Mensch, welchen Glaubens er auch immer sei, kann sagen, dass ihm
nie eine Ermahnung zugekommen wäre, entweder in Worten, in einer Lehre, oder
durch verschiedene Prüfungen im Leben, welche alle darum zugelassen werden,
damit der Mensch aufmerksam gemacht werde, dass er nicht für diese Welt allein
erschaffen sei, sondern ein anderes ewiges Leben nach diesem kurzen irdischen
folge, und nur eine selige Ewigkeit der Seele allein von wahren Nutzen sein
kann! – Anhang. Nun vernehmet noch
zum Schlusse die letzte Ermahnung, welche Ich euch kund tue: „Wachet und betet, auf dass
ihr nicht in Versuchung fallet!“ denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, wann der
Herr kommt, und wehe euch, wenn er euch unvorbereitet antrifft. Nicht lange
mehr wäret der Tag, es wird Abend, und die Zeit eures Gerichts steht vor der
Türe. Noch eine Ermahnung lass Ich als euer barmherziger Gott und Vater euch
zukommen, dass wer sich noch in der Zeit zu Mir in Reue Liebe und Demut wendet,
den will Ich verschonen und ausscheiden von der Zahl derer, welche von Meinem
Angesichte verworfen werden; denn es steht Jedem frei, sich zu Mir zu wenden,
oder sich blindlings ins ewige Verderben zu stürzen. Deshalb eilet! Die Zeit
flieht! Schon fängt der Feigenbaum an auszuschlagen, zum Zeichen, dass der
Winter oder die Zeit des geistigen Schlafes vorüber sei, und das Frühjahr oder
die Zeit des Erwachens aus der Sünde und ihrem Sinnentaumel herangekommen ist,
und die Völker zu Gericht gerufen werden, um über ihr so lange von Gott
abgewendetes Treiben Rechenschaft zu geben, damit erfüllet werde die Schrift,
wo es heißt: die Menschen werden sich durch ihren gottlosen Wandel vor Gericht
und die Hölle selbst auf den Hals ziehen. Nun überleget wohl die Worte, welche
Ich euch als jetzt noch euer barmherziger Vater ans Herz lege; denn nach der
Zeit der Gnade werde Ich als eurer Herr und strenger und gerechter Richter euch
richten nach euren Sünden, und wehe Demjenigen, welcher ausgestoßen wird aus
den Kindern des Lichts; er wird verworfen in die ewige Finsternis, wo schwer
eine Umkehr und ohne solche ewig keine Erlösung zu hoffen ist! Amen. Nachwort. Schreibe! Ich, dein allezeit getreuer Vater und Erhalter, werde dir
Meinen Willen kund tun, wenn Ich wieder einen an Meine Mir noch treu
gebliebenen Kinder tun werde. Ich werde dich rufen und ausrüsten zu einem
Sendboten, aber noch ist diese Zeit deiner Berufung nicht herbeigekommen,
deshalb warte ab, bis Ich dich rufe. Es segnet dich und dein ganzes Haus dein
ewig barmherziger Vater. Amen. Neuer Anhang in einigen Nachträgen. Schreibe wieder ein Wort an meine Kinder ! Ihr alle, welche Mein
(vorstehendes) Wort bereits vernommen und euch im Geiste zu Mir gewendet habt,
euch sei dieses Mein Wort ans Herz gelegt, auf das ihr zur Zeit der großen
Heimsuchung nicht Trost- und Hoffnungslos von Mir gelassen seid, denn, wenn die
Zeit dieser Meiner euch bereits kundgegebenen Sichtung herbeigekommen ist, dann
wird auch der Himmel verschlossen sein, und es werden sich die Ohren der
Barmherzigkeit Gottes verschließen; denn die Zeit der Gnade wird dann ihr Ende
erreicht haben. Also um euch, meine Kinder, im voraus Stärkung zukommen zu
lassen, so mache Ich als euer grundgütiger Vater euch aufmerksam, dass ihr euch
auf keinen Fall von was immer für Anstürmungen von Außen in eurem Glauben an
Mich wankend machen lasset; ihr glaubet zwar, dass ihr dessen vollkommen sicher
seid, und dass es keine derartige Mahnung benötige, doch Ich als der
Allwissende sage euch, dass eine solche Zeit kommen wird, wo selbst – wenn es
zugelassen und überhaupt möglich wäre – selbst Meine Engel und die Heiligen des
Himmels von Mir abfallen würden; denn die Macht des Satans ist übergroß, und es
muss dem selben ein solches Recht eingeräumt werden, damit auch er seine
Freiwerdensprobe durchzumachen im Stande ist, und keine Ursache hat, sich der
Gottheit gegenüber zu beklagen; nur aber wird es ihm leider nicht viel helfen,
denn Teufel bleibt Teufel; deshalb wachet und betet, auf dass ihr nicht in
Versuchung fallet! Ich werde zwar bei den Meinen bleiben bis an das Ende der
Welt, allein wenn Meine große Zorneswolke den Liebehimmel Meiner Gnade
verhüllt, so wird es scheinen, als ob Ich auch das Flehen und Rufen selbst
Meiner Mir noch treuen Kinder nicht hören werde, bis die Zeit der Reinigung
vorüber sein wird, dann wird aber die Sonne Meiner Liebe zu Meinen Kindern im
höchsten Vollmaße hervorbrechen, und immerfort leuchten bis ans Ende der
materiellen Zeiten. - Nun höre du Meine von Mir dazu berufene Magd, was Ich dir hier in die
Feder sagen werden, auf dass du selbst getreu aufzeichnest, und dann
aufbewahrest in deinem Herzen, und mitteilest Allen, welche mit gutem Willen
Mein Wort vernommen haben. Alles, was Ich in Meiner Gnade Meinem Knecht Jakob Lorber in jüngster
Zeit unmittelbar mitgeteilt habe, und in entsprechen Träumen sowie in Worten
kundgab, bezieht sich auf die in nächster Zeit in Erfüllung gehenden großen
Ereignisse, welche teils in Zerstörung vieler materieller Gegenstände, wie
Städte und Dörfer bestehen wird, und in Vernichtung geistiger Übel, d.h. in
Zugrunderichtung des so genannten „Welthochmutes“ und superklugen
Gottesgelehrtheit, welche zu ihrem Ursprung, d. i. zu Meiner reinen Lehre
zurückkehren muss, auf dass die Worte in Erfüllung gehen, welches Ich zur
Samariterin gesprochen: „ Es wird eine Zeit kommen, wo man Gott im Geiste und
in der Wahrheit anbeten wird.“ Doch wehe der Jetztzeit! Die Menschen leben so
tief in der Materie vergraben, dass sie den Geist nicht zu erfassen im Standen
sind, und es daher einer großen Gewalt benötigt, um selbe wieder dem Lichte
zugänglich zu machen, welches aber leider nur auf eine (für die Materie) sehr
gewaltsame Art bestehen kann. Verzaget deshalb nicht! Meine Kinder, wenn euch
auch von allen Seiten Gräuel und Unheil umgeben will dieselben nicht länger
schmachten lassen unter der Bosheit der Feinde des Lichtes und der ewigen
Wahrheit aus den Himmeln. – Schreibe weiter! Obwohl sich die Zeichen Meiner Wiederankunft auf Erden
mehren, so ist doch noch nicht der Endpunkt erschienen, denn so lange die Erde
nicht gereinigt ist von all dem bösen Unkraut, werde Ich nicht erscheinen, und
was euch eine lange Zeit scheint, ist für Mich kaum ein denkbarer Augenblick,
und so umgekehrt; doch verzaget deshalb nicht, Meine Kinder, und werdet nicht
kleinmütig, wenn ihr Mich auch noch nicht persönlich sichtbar bei euch habt, so
sage Ich euch: „ Wahrlich, Ich bin bei euch geistig immerdar, und stärke und
tröste euch im Geiste.“ - Wartet ruhig
ab die Zeit, bis sich das volle Licht aus dem Dunkel der Nacht wird entwickelt
haben, und ihr werdet dann die Sonne Meiner Herrlichkeit aufgehen sehen, welche
alle Gemüter erleuchten und erwärmen wird ewiglich. Amen. ( S. in Nr. 21 mehr
darüber.) -- Schreibe. Ich der Herr der Unendlichkeit sage dir dieses Selbst in die Feder, und du brachst keine Furcht zu haben, dass etwa dein Schreiben wegen Echtheit in Zweifel gezogen werde; denn Ich werde demjenigen, welcher guten Herzens ist, schon das Verständnis dafür ins Herz legen; schreibe nur – Ich bin derselbe Herr und Meister, und derselbe liebevolle Vater, Der Seine Kinder überall und allweg zu finden und zu beglücken weiß; wenn auch manche Trübsal mit Mir zugleich ankommt, und Meine Kinder traurig und verzagt machen will, so hat das nichts auf sich, sie sollten in der Zeit der so notwendigen Prüfung nur recht eifrig ihre Herzen zu Mir wenden, und Ich werde sie wieder stärken und trösten; denn jetzt ist die Zeit der Sichtung, wo die Kinder des Lichts von den Kindern der Finsternis geschieden werden, und ohne Kampf geht das nicht; und werdet nicht mutlos in den Tagen des Gerichtes, Ich euer barmherziger Vater werde euch nicht vergessen, und euch behüten und beschirmen, wie die Henne ihre Kücklein. Auch du Meine Schreiberin sei nicht so kleingläubig, Ich werde dich nicht zu Grunde gehen lassen. Amen, euer Vater Jesus Jehova Zebaoth. -- Schreibe! Ich der Herr Jesus Jehova Zebaoth Selbst diktiere dir folgende Worte: „Ihr alle Meine Kinder seid getrost, wenn auch die Prüfungen eures Lebens viel und schwer sind, so sorget euch nicht, dass ihr deshalb vergessen seid von Meiner Gnade; doch muss Ich euch wohl ermahnen – mehr Eifer in eurem Tun des Guten und Lassen des Bösen zu haben; denn die Zeit ist da, wo Ich, der Herr, eifrige Arbeiter in Meinem Weinberg gebrauche; denn der Feind der Freiheit des Geistes hebt sein Haupt allgewaltig empor, und sucht selbst Meine Kinder von Mir abwendig zu machen; deshalb seid wachsam, betet und arbeitet, seid friedfertig untereinander, und liebet euch als Brüder und Schwestern, auf das der Feind keine Seele gefangen nehmen kann; vertrauet in allen Vorkommnissen auf euren allzeit gütigen Vater, Welcher euch erwählte zu Seinen Sendboten; denn die Zeit der Ernte nahet heran, die Garben werden allmählich reif, und meine Engel sind beauftragt, die Spreu vom Weizen zu sondern. Dies sei euch ein Mahnruf zur getreuen Ausharrung in eurem Werke, von eurem Herrn und Vater Jesus. Amen.“ |
Aktualisiert
am: 02.12.2008 Home